Archiv für Verkehrsingenieurwesen

Wir saßen einfach da und freuten uns über die Infrastruktur…

Posted in Mittendrin statt nur dabei with tags , , , , on 26. September 2008 by MuGo

Man merkt, dass man im Osten angekommen ist, wenn man einen Artikel liest, in dem es um „drüben“ geht und sich fragt, warum der Autor dieses Wort nutzt, obwohl er doch eindeutig über Ostdeutschland schreibt und nicht über den Westen…

Hiermit melde ich mich also offiziell aus meinem Spanienurlaub wieder. Viel ist nicht passiert – ich habe mein Spanisch aufgebessert, neue Leute kennengelernt und viel Geld versoffen. Nicht ist teurer als einen Stadt mit billigem Alkohol…
Das einzige noch wirklich nennenswerte war vielleicht, dass irgend so ein Arsch mir auf der Rückreise ein paar Sachen aus dem aufgegebenen Rucksack geklaut hat. Nichts wertvolles, glücklicherweise, aber nun muss ich mir neue Akkus, USB-Kabel und Sticks und einen neuen Wecker kaufen. Am Meisten regt mich noch der Verlust meiner TM-Hefte auf, da dort einige Anmerkungen drin standen, die ganz hilfreich gewesen wären. Ich hoffe, dass der Dieb jemand war, der durch Technische Mechanik gefallen ist und deswegen die Uni verlassen musste – dann ärgert er sich jetzt wenigstens!

Seit einer Woche bin ich nun wieder in Dresden und hatte außer zwei Arztbesuchen gleich das erste Highlight des neuen Semesters (der Urlaub ist vorbei, also geht gefühlt das nächste Semester los – auch wenn ich bis zum 12. Oktober noch „frei“ habe): Weiterlesen

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Dreizehn Jahre Warten haben sich gelohnt

Posted in Rock'n'Roll University with tags , , , on 22. April 2008 by MuGo

Zwei Wochen des zweiten Semesters sind bereits um und dank des letzten Wochenendes habe ich auch wieder mein Vertrauen in mein naturwissenschaftliches Können zurückgewonnen. Dank meines patentierten neuen Übungssystem (wenn man jeden Tag eine Aufgabe macht, sind es am Wochenende nicht mehr so viele und man sitzt nicht missmutig vor einem Riesenberg – wahrscheinlich bin ich der Erste, dem diese neuartige Erkenntnis kam) werde ich es irgendwie schaffen, Technische Mechanik und Mathe zu überstehen. Info und Raum- und Verkehrsplanung sind auf jeden Fall zu packen und mehr Klausuren gibt es dieses Semester nicht (dafür die beiden nächsten jeweils sieben oder acht – um wohl auch noch die letzten verbliebenen Studenten endgültig zu kicken. Kein Wunder, dass bei uns die Faustregel „Wer das Vordiplom hat, hat das Diplom schon bestanden“ gilt: Um das Grundstudium zu bestehen musst du schon so organisiert sein, dass dir die restlichen vier Vorlesungssemester auch nichts mehr anhaben können…).

Wofür schreibe ich das jetzt gerade alles, obwohl meine Leserschaft nachweislich mehr daran interessiert ist, sich primäre Geschlechtsorgane von Doppel-X-Chromosomistinnen nachzubauen als an Verkehrsmodellierungen und den Geheimnissen der Partialbruchzerlegung zur Lösung von unbestimmten Integralen? Zum Einen um mich dafür zu entschuldigen, warum es jetzt wieder länger dauern wird zwischen den einzelnen Blogeinträgen, zum Anderen, weil ich trotzdem auf eine seltsame Art und Weise angekommen bin. Weiterlesen

Mathe ist ein Arschloch

Posted in Rock'n'Roll University with tags , , , , on 6. April 2008 by MuGo

Morgen geht es wieder los mit der Uni. Darum habe ich heute die ersten Mathe-Übungen in Angriff genommen. Beziehungsweise wollte ich das; ich bin aber daran gescheitert, dass ich meine Aufzeichnungen aus dem letzten Semester nicht verstanden habe. Ich hoffe, das wird noch – ich bin ja schon durch das verhältnismäßig leichte Mathe I gerade noch so mit einer 4,0 durchgerutscht…

Damit ihr euch ein Bild von meinem Leid machen könnt, gibt es hier eine der neun niedlichen Aufgaben für diese Woche:

Man bestimme Definitionsbereich, Nullstellen, Unendlichkeitsstellen, relative und absolute Extremwerte, Wendepunkte und die Gleichungen der dortigen Tangenten, asymptotisches Verhalten der durch folgende Ausdrücke gegebenen Funktionen und skizziere die dazugehörigen Kurven.

Okay, das ist nichts, was ich nicht mit ein bisschen Lesen zum Wiederauffrischen lösen könnte, aber schon die schiere Menge lässt einen jegliche Lust verlieren. Den absoluten Tiefpunkt erlebt die Motivation dann aber, wenn man die Funktionen sieht. Schmankerl wie

x²exp(-x²) mit exp z = e^z

oder

6 ln x – x – 10 arctan x

haben noch immer meine Laune heben können. Und das, wo ich seit heute gute Chancen habe, meine Praktika in Zukunft bei meinem Traumarbeitgeber absolvieren zu können…

(Zu meinem Traumarbeitgeber: Praktika in Kampala/Uganda oder Guangzhou/China – Alter, geht’s noch? Wie geil ist das denn bitte? Und dann noch Entwicklungshilfe. Es gibt eben doch einen Gott – und ich bin sein kleiner Liebling!)

Ein paar Worte zum Studienbeginn, Teil 2

Posted in Rock'n'Roll University with tags , , on 7. Oktober 2007 by MuGo

Die Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Schriften hat sich bekanntermaßen mal gedenkt, dass sie Claudia einmal zeigen wird, wo der Hammer hängt. Und ich habe mir auch was gedenkt zum Studiumbeginn. Nein, sogar zweierlei.

Erstens: Eine neue Kategorie. Ich habe zwar einige Ideen, was ich noch demnächst veröffentlichen möchte, aber erstmal werde ich nicht übermäßig Zeit haben, um tolle Post zu schreiben. Deswegen wird es wohl ein wenig still und wenn dann doch mal was kommt, müsst ihr euch sicherlich was zum Studium anhören. Daher werden solche Artikel ab sofort in der Kategorie Studium Generale veröffentlicht.

Das war das, nun zum anderen Punkt: Ich werde hier jetzt weltexklusiv meinen Anspruch an mich selbst für mein erstes Semester niederschreiben; danach werde ich diese ganz schnell vergessen, mich ins Studium stürzen und erst nach einem halben Jahr wieder draufschauen und entsprechend handeln.

Was möchte ich also erreichen? Ich möchte meine fünf Prüfungen alle bestehen – besonders wichtig ist mir dabei Mathe. Bei allen anderen Prüfungen wäre es zwar nervig, aber diese könnte man notfalls auch einfach ein Semester oder Jahr später wiederholen. Mathe dagegen ist Elementar: Wenn ich schon das erste Semester nicht packe – wie soll es dann erst später weitergehen!? Sollte ich also diese Prüfung nicht schaffen und sich abzeichnen, dass das eindeutig an mir lag, dann werde ich mich danach nach Alternativen umschauen, das Studium aber erstmal weiterführen; gegen Ende des zweiten Semesters sollte ich dann einschätzen können, ob es Sinn macht, das Studium weiterzuführen oder lieber in einen anderen Studiengang zu wechseln.

Was heißt das also? Ich muss mich auf meinen Hosenboden setzen und lernen – und nicht erst drei Wochen vor der Prüfung wie bisher in der Schule, sondern begleitend. Auch wenn ich müde und unmotiviert bin, muss ich mich quälen und versuchen zu verstehen. Schlicht und Ergreifend, das ist das ganze Geheimnis.

Okay, das klingt jetzt nicht gerade nach einem wilden Partyleben, aber was will man machen? Ich will Verkehrsingenieur werden und dafür muss man auch mal den eigenen Schweinehund überwinden und ohne Zwang langweiliges Zeug machen. Ich habe mich dafür entschieden, ich weiß worauf ich mich als Billig-Abiturient ohne Physik in der Oberstufe einlasse und verdammt, ich will mir zeigen, dass ich Mathe und Informatik bestehen kann – und wenn es nur mit 3,9 ist, ich bin da nicht anspruchsvoll!

So, ihr habt es gelesen, ihr ward Zeugen – wenn ich also mal zu häufig kommentiere: erinnert mich daran, dass ich eigentlich lernen sollte!

Ein paar Worte zum Studienbeginn…

Posted in Rock'n'Roll University with tags , , , , on 6. Oktober 2007 by MuGo

Eigentlich war die Idee des Umzugs auch, nur noch niveauvolle Artikel zu veröffentlichen. Also Post, die durchdacht sind und eventuell auch ein bestimmtes Niveau halten können. So gesehen ist dies ein Test: Schaffe ich es, über mein Privatleben zu schreiben und dennoch das selbstgesteckte Ziel zu erhalten?

Nun gut, nun gut, der Versuch macht schlau, probieren wir es einfach aus! Aaaaalso: Seit Donnerstag bin ich dabei, Menschen kennenzulernen, die genauso durchgeknallt sind wie ich; denn an besagtem Tage startete das Programm meiner Fachschaft.

Vielleicht vorneweg: Die Fachschaft ist sozusagen die Schülervertetung für Studenten. Und weil ich es verdient habe (echt jetzt!), ist meine Fachschaft die aktivste der ganzen TU. Im Klartext heißt das: Halligalli. Während andere Studienfächer nur eine zentrale Veranstaltung von der Fakultät haben und sonst selber sehen müssen, wie sie ihre Stundenpläne bekommen oder Leute kennenlernen, bietet meine Fachschaft sozusagen das Rundum-Sorglos-Paket. Weiterlesen

MuGo went to Dresden (and even came back!)

Posted in Mittendrin statt nur dabei with tags , , , , on 12. Januar 2007 by MuGo

Um meine Zeit nicht mit langweiligen Killerspielen oder ähnlichem vergeuden zu müssen, war ich von Mittwoch bis heute morgen unterwegs um den Schnupperstudientag der TU Dresden am gestrigen Donnerstag wahrzunehmen und mich über mein ganz persönliches Freakfach Verkehrsingenieurwesen zu informieren.

Glücklicherweise konnten ich und mein Begleiter (dessen Name nichts zur Sache tut, da ihr ihn eh nicht kennt und der sich für Wasserwirtschaft interessiert hat – keine Angst, nicht alle Oldenburger stehen auf so krazy shit wie meinereiner) bei einer Freundin, die mit uns Abi gemacht hat, schlafen. Dadurch war die Reise finanziell im Rahmen, der ansonsten selbst einem zuhause wohnenden Zivi zu groß geworden wäre – und dessen Spielräume sind sehr anständig, egal was manche Raffkes sagen. Der Arbeit nicht angemessen, aber für das eine oder andere Bierchen reichts…

Um unsere Zivi-Bahncard auszunutzen fuhren wir gemütlich mit der Bahn nach Leipzig, wo wir umsteigen mussten und mein Begleiter zum ersten mal auf dieser Reise wieder sein Gespür für seltsame Kommentare, die man gerade überhaupt nicht erwartet hat, unter Beweis stellte; vor uns lief eine Schwarze, sein – aufrichtig freudig-überraschter – Kommentar: „Ach, ich dachte der Osten wäre eher No-Go-Area für Ausländer!“ Im Nachhinein nur lustig, im ersten Moment war ich aber kurz am Überlegen, wie ich den Verdacht, dass ich ihn kennen könnte, schnell von mir weise. Ich beließ es dann doch bei einem gemurmelten Verweis auf die Tatsache, dass Leipzig nicht die Uckermark ist.

Danach gelangten wir unbeschadet nach Dresden, wo unsere Freundin nicht nur Logis stellte, sondern sogar einen Verkehrswissenschaftler (immerhin selbe Fakultät) aufgetrieben hatte, der mich über die freakigen Seiten meiner eventuellen Mit-Kommiltonen aufklärte (um 5 Uhr morgens aufstehen um dabei zu sein, wenn die neue Straßenbahn bei Bombardier verladen wird! Wer macht denn sowas FREIWILLIG??? Ich hoffe nicht, dass ich das Selbe machen werde…). Trotzdem schien das Studium wohl in Ordnung. Das ist schon einmal ein Pluspunkt! Allerdings war ich ein bisschen irritiert, dass in Dresden mehr Asiaten als Westdeutsche studieren. Für mich war Dresden immer eine DER Studentenstädte (sind ja auch immerhin 10% der Bevölkerung…) – aber anscheinend weiß das bei uns im Westen keiner. Mir soll’s Recht sein, immerhin gibt es so keinen NC für den einzigen deutschen Verkehrsingenieur-Studiengang!

Von der Stadt selber habe ich leider nicht allzuviel gesehen, aber passt schon. Das, was ich gesehen habe, reizt mich jetzt zwar nicht sonderlich, aber die Stadt ist bei weitem nicht so schrecklich wie z.B. Hannover. In anderen Worten: In Dresden kann man es bestimmt ganz gut aushalten. Der einzige Minuspunkt sind die wenigen Radwege – man muss teilweise auf regelmäßig befahrenen Straßen Rad fahren. Da bin ich als Oldenburger natürlich verwöhnt. Aber im Leben heißt es immer auch Kompromisse einzugehen…

Dafür aß ich einen sehr guten Döner (mit Schafskäse; wieso gibt es so was nicht bei Falafel 2000, dem Gammelfleischfachhandel meines Vertrauens?) in einem Paradebeispiel gelungener Integration. Der Betreiber des Asia-Imbisses, indem wir dinnierten, verkaufte neben Tsingtao-Bier und Nudelpfannen eben auch Döner und hatte den schönen Moscheen-Kalender des Großhändlers neben die Theke gehängt – was will das Deutsche Herz mehr? Unser Nationalgericht mit der von uns gewünschten Kulisse zu verkaufen zeugt von Anpassungswillen.

Genug aber des Geschwafels, kommen wir zum Schupperstudium. Mit ca. der Hälfte aller Gymnasiasten Deutschlands drängten wir uns auf den Campus, um Vorlesungen, Seminaren und anderen sonstigen Vorträgen gebannt zu lauschen. Zu meiner Überraschung war das nicht so langweilig wie am Schnupperstudientag in Oldenburg, aber was ist so eine Dorfuni schon gegen die Dresdner TU? Dresden kriegt anscheinend sogar fähige Professoren…

Da ich mir noch nicht 100prozentig sicher war, ob Verkehrsingenieur das richtige für mich ist, wollte ich eigentlich sowohl VIW- als auch Bioveranstaltungen besuchen. Das scheiterte am geringen Interesse von Seiten der Biologen für ihr Studium zu werben; klar, Bio ist eine sichere Bank – irgendwer findet sich immer, der Biologie studiert, weil er zu blöd zum addieren ist (als Bio-LKler kann ich sagen, dass dieses Klischee absolut wahr ist – die meisten Biologen haben keinen Plan von wahrer Naturwissenschaft). Das einzige, was nach dieser Arroganz-Demonstration weiterhin für Bio sprach, war der unschlagbare Frauenanteil.

Allerdings überraschte mich die Verkehrswissenschaftliche Fakultät damit, dass es anscheinend auch Frauen gibt, die Verkehrsingenieur werden wollen! Wer hätte das gedacht? In meiner Vorstellung saßen da nur pickelige Geeks, die auf ihren Stimmbruch warten. Das war aber überhaupt nicht so. Also alles bestens!

Nach Seminaren wie „Bahnübergänge als Teil des Schienennetzes“ (mit Berechnung der Sichtfläche, die um unbeschrankte Bahnübergänge freizuhalten ist!) oder „Anlage von Tank- und Raststellen auf Autobahnen“, einem sehr persönlichen Vortrag über „Innovationen im ÖPNV und Schienenverkehr“ (wir waren immerhin zu viert!) und einem günstigen warmen Baguette zum Mittagessen, war meinen glänzenden Augen anzusehen, dass ich nur noch eins wollte: Verkehrsingenieur werden! Haltet mich für einen Freak, aber ich finde Verkehr – und gerade ÖPNV und Eisenbahn – unglaublich interessant. Und darum werde ich Dipl.-VI, damit ihr da nicht mehr drüber nachdenken müsst – toller Vorschlag, was?

Nachdem wir den Schnupperstudientag also zufriedenstellend abgehakt hatten, wollten ich und mein Begleiter uns wieder auf den Heimweg machen, mit Bahn und allem Schnickschnack, der dazu gehört! Wir hatten auch eine schnieke Verbindung über Berlin und Hamburg. In Berlin zwar nur mit sehr geringer Zeit zum Umsteigen, aber wir sollten es bis 1.27 Uhr oder so zurück nach Oldenburg schaffen. Somit hätte ich heute wieder brav bei der Arbeit erscheinen können. Bis Elsterwerda ging das auch ganz gut, doch leider war dann eine Weiche kaputt (wahrscheinlich sturmbedingt) und so kam der Zug erst ein bisschen später in Berlin an – mit 86 Minuten Verspätung… Einen Anschluss nach Hamburg gab es zwar noch, aber dort fuhr erst um 4 Uhr irgendwann der nächste Zug nach Bremen. Zum Glück hat uns die Bahn dann ohne zu murren ein Hotel für die Nacht spendiert (von wegen böse Bahn, die absichtlich ihre Kunden schlecht behandelt…), das sich noch nicht einmal als Klitsche herausstellte! (Relativ) Ausgeschlafen und mit Frühstück im Bauch konnten wir dann heute unsere Fahrt fortsetzen und sind tatsächlich wieder in der Heimat.

Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen…