Archiv für Literatur

Heinz Strunk: Fleisch ist mein Gemüse

Posted in Der Geschmacksdiktator with tags , , , , on 26. März 2008 by MuGo

Fleisch ist mein Gemüse (c) by AmazonWie das so ist mit Büchern, die einem von allen Seiten angetragen werden: Irgendwann liest man sie. Insbesondere dann, wenn in der Blogroll der größte lebende Heinz-Strunk-Fan von (mindestens) Kücknitz steht.

Auf dem Umschlag steht erstmal ein Zitat von Sven Regener, der mit Herr Lehmann und Neue Vahr Süd dieses Genre, dass ich Popliteratur nennen würde, wenn dieser Name nicht schon anderswertig besetzt wäre, geprägt hat. Und Herr Regener scheint das Buch zu mögen. Das ist auf jeden Fall ein Qualitätsmerkmal – anders als ein Zitat von Jürgen von der Lippe auf dem Umschlag, was mich daran hinderte, Die Bibel nach Biff zu kaufen…

Worum geht es also? Weiterlesen

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Jürgen Teipel: Verschwende deine Jugend

Posted in Der Geschmacksdiktator with tags , , , , , , , on 10. März 2008 by MuGo

Verschwende deine Jugend (c) by Amazon

Als ich klein war, hatten meine Eltern ein Café. Zu den Standards gehörte ein Mittagstisch und so waren auch jeden Tag die Anarchisten aus der Druckerei nebenan zu Gast. Hin und wieder war dann auch einer ihrer Kumpel aus Bremen zu Besuch, ein Freund aus alten Hafenstraßenzeiten und seines Zeichens Besitzer eines Plattenlabels und Frontmann einer Punkband. Ein ganz großes Tier in der Punkszene, wenn man ihm so zuhörte. Damals mit Campino, ja, das waren noch Zeiten! Campino war mir schon damals ein Begriff und deswegen habe ich schon damals gedacht: Was ein Aufschneider! Wahrscheinlich hatte er Campino mal getroffen und ein Bier mit ihm getrunken und das war’s dann. Weiterlesen

Das Buch war aber viel besser…

Posted in Die Fünferbande with tags , , , , , , , , on 28. August 2007 by MuGo

Nachdem ich gerade herausgefunden habe, dass ich wie Helen Hunt aussehe und amerikanische Wissenschaftler per Telefonkette bewiesen haben, dass es ein Gen für Schlechten Umgang gibt, muss ich mich nun den weniger schönen Dingen des Lebens zuwenden. Heute muss ich nämlich wirklich mit dem Packen beginnen…

Vorher aber noch schnell ein Eintrag in der Kategorie Die Fünferbande. Diesmal lautet das Thema „Das Buch war aber viel besser…“ und es geht um Filme, die mit ihren literarischen Vorlagen außer dem Titel nicht viel gemeinsam haben.

5. Das Geisterhaus

Wieso man aus diesem Buch einen Film gemacht hat, verstehe ich nicht. Das wäre eher etwas für eine mehrteilige Fernsehserie gewesen, weil die Story so komplex und langwierig ist. Weil man aber anscheinend unbedingt einen Hollywoodfilm aus diesem wahrscheinlich besten Buch aller Zeiten machen wollte, musste man sich anderer Mittel bedienen – und hat einfach eine komplette Generation gestrichen – ganz abgesehen von den ganzen Geschehnissen vor der ersten. Aber statt des Übergangs von Clara auf Blanca auf Alba gibt es im Film nur Clara und ihre Tochter Blanca, die auch Züge von Alba hat. Somit ist zwar die wichtigste Geschichte gerettet und auch ziemlich gut umgesetzt – die ganzen detailreichen Erzählstränge, die dieses Buch aber zu einem Lesevergnügen gemacht haben, sind verschwunden. Deswegen Platz 5 in dieser Liste.

4. Winnie, the Pooh

Auch hier wurden die Geschichten beigehalten – aber was hat Disney aus dieser Vorlage gemacht! Eben typisches Disney-08/15. Bah! Da bleibe ich lieber beim Original, dem besten Kinderbuch aller Zeiten. Ich empfehle übrigens die englische Originalversion, obwohl die deutsche Übersetzung von Harry Rowohlt auch Charme hat…

3. Forrest Gump

Während der Film den unaufhaltsamen Aufstieg eines Mannes zeigt, der eigentlich zum Verlieren bestimmt ist, ist das Buch eine Satire auf den amerikanischen Traum. Forrest Gump ist hier keineswegs eine sympathische Figur, sondern wird nur genutzt, weil ein Idiot eben einige Sachen anders sagen kann als eine smarte Hauptfigur. Warhols fünf Minuten Ruhm werden gnadenlos auf die Schippe genomen und die anderen Hauptfiguren aus dem Film treten nur in kurzen Sequenzen auf (Forrests Mutter, seine Freundin, Bubba). Dafür gibt es einige Episoden, die wohlweislich nicht in den Film aufgenommen wurden, weil sie ihn für die Rechte unsehbar gemacht hätten – z.B. seine Filmkarriere in Hollywood oder sein Flug in den Weltraum mit einem Versuchsschimpansen. Insofern: Das Buch ist ganz anders – es ist ebenfalls unterhaltsam, aber wenn man den sympathischen Forrest vor Augen hat, wirkt es doch ein bisschen surreal…

2. Children of Men

Children of Men ist für mich neben Harrison’s Flowers einer der eindrücklichsten Anti-Kriegsfilme überhaupt, die diese Bezeichnung wirklich verdient haben. Der Film ist nicht unbedingt herausragend, aber das Universum spannend und die Intention kommt sehr stark rüber.
Deswegen bin ich auch ein bisschen über das Buch überrascht gewesen – denn es hat so gut wie gar nichts mit dem Film zu tun. Die Story ist anders, die Figuren, sofern sie denn im Buch überhaupt vorkommen, haben andere Charaktere, die ganze Umwelt ist eine viel friedlichere. Es würde zu weit führen, jetzt eine Abhandlung über das Buch zu schreiben, nur so viel: Das Buch war Anfang der Neunziger sicherlich interessant – aber der Film hat es in die Neuzeit angepasst. Man könnte auch sagen: Die kurze Phase zwischen 1989 und 1991, als der Ostblock langsam auseinanderfiel und der Jugoslawienkrieg noch nicht begonnen hatte, scheint auf die Autorin dermaßen friedlich gewirkt zu haben, dass sie eine viel zu friedliche Zukunftsvision entworfen hat; mit unserer heutigen Erfahrung wirkt der Film um einiges realer…

1. Schindlers Liste

Schon allein deswegen auf Platz Eins, weil die Buchvorlage ein Sachbuch ist. Übrigens ein sehr gutes, wie ich finde…

Andreas Merkel: Große Ferien

Posted in Der Geschmacksdiktator with tags , , on 6. Februar 2007 by MuGo

Große Ferien (Cover)Dieses Buch MUSS ich euch vorstellen. Es ist mein absolutes Lieblingsbuch und ich kann mich mit keiner fiktiven Figur so gut identifizieren wie mit Zorro.

Ich weiß – der Titel schreckt ab! Das ging mir genauso. Und der Text auf der Rückseite lautet folgendermaßen:

Die kurze Geschichte eines langen Sommers

Leo Zoraster, genannt Zorro, ist siebzehn Jahre alt und hat ein großes Problem: Er ist verliebt. Verliebt in Sara. Sara ist so wunderbar, daß man sie nur einmal ansehen muß, um gleich Kopf, Herz und Verstand zu verlieren. Aber sie íst mit einem anderen zusammen, und Zorro hat keine Chance. Das ist ungefähr der Stand der Dinge, als die großen Ferien beginnen…

In anderen Worten: BRAVO Girl!-Fotoroman ohne Bilder für „Boys“. Zum Kotzen. Man weiß jetzt schon, wie das Ganze ausgeht. Zorro – was für ein blöder Spitzname – gewinnt das Herz von Sara und alle sind glücklich!

Das Buch lag also bei mir rum und ich habe mich echt geärgert, so etwas zum Geburtstag bekommen zu haben (man stellt ja keine Ansprüche, aber wenigstens sollte die eigene Würde gewahrt bleiben!). Dann bin ich mit meiner Oma eine Woche nach Malta geflogen und brauchte eine Reiselektüre… Weiterlesen