Kele Okereke’s Bloc Party

Mir fehlen gerade die Worte, um diesen Post vernünftig zu beginnen. Zum ersten Mal hat ein Konzert mein Leben verändert! Bloc Party sind nicht normal, Bloc Party sind eine Religion! Ich war gerade eben Zeuge des großartigsten Massenereignisses, dem ich bisher beigewohnt habe. Bisher dachte ich, dass der Hives-Auftritt auf dem Hurricane das beste Konzert sein wird, dem ich je beigewohnt habe. Dem ist nicht so, denn ab jetzt steht ein neuer Gott zum Anbeten bereit: Bloc Party!

Okay, zugegeben, als am Eingang mein MP3-Player zweimal kontrolliert wurde, ob ich damit auch wirklich nichts aufnehmen kann, habe ich schon das Schlimmste erwartet: „Die arroganten Schweine spielen bestimmt nur fünf Songs und gehen dann ohne Zugabe von der Bühne!“
Nun ja, man kann sich irren…

Der Schlachthof muss ausverkauft gewesen sein, überall liefen echt nette Indie-Girls herum und es gab zum Glück weiterhin Krusovice als Alternative für die schlimmste Brühe der Welt, auch bekannt als Radeberger.

Da ich erst sehr spät aufgeschlagen bin und die Garderobe auch so ihre Zeit beansprucht hatte, ging es während des ersten Bieres auch gleich los. Immerhin sind delphic. die beste Vorband, die ich bisher sehen durfte. Wenn das Leben gerecht ist, werden das die neuen Coldplay. Aber das Leben ist nicht gerecht. Im Gegenteil, man kann nicht mal eine CD von ihnen kaufen! Ich hätte es sofort gemacht und dafür sogar auf weiteres Bier verzichtet.

Also noch ein Krusovice, schnell, schnell, damit ich einmal am Anfang eines Konzerts nicht durch einen halbvollen Becher gehandicapt bin. Es klappte und ich konnte sogar noch Trick 17 versuchen: Häng dich an eine Gruppe von Frauen dran, die sich zur Bühne vordrängelt – Frauen werden durchgelassen und wenn die Lücke nicht schnell genug geschlossen wird, hat man eine realistische Chance! So stand ich kurz bevor das Licht ausging also tatsächlich in der fünften Reihe. Die Jungs kamen auf die Bühne und ab da an war es nur noch eine einzige Party! Ich wusste auch schon vorher, dass es nur drei Bands aus diesem ganzen „England Is Burning!“-Hype gibt, die überhaupt erwähnenswert sind: Franz Ferdinand, Kaiser Chiefs und eben Bloc Party – aber was bin ich froh, dass ich nicht zu den Kaiser Chiefs gegangen bin! Wäre sicherlich auch ganz nett gewesen, aber irgendwie geht man da ja doch eher mit seiner neuen Ische hin, wartet mit dieser darauf, dass „Ruby“ gespielt wird und geht dann nach der ersten Zugabe ganz schnell, um noch ein bisschen zu vögeln. Nicht, dass das verwerflich wäre, aber da sind mir geschätzte 1:45 Stunden zu Bloc Party abgehen irgendwie lieber (naja, mangelt ja auch am weiblichen Begleitpersonal zu den Kaiser Chiefs…)!

Es war echt der Wahnsinn, was da abging – wenn man die Güte eines Konzerts ab dem Moment misst, ab dem das T-Shirt schweißdurchtränkt ist, dann war es bereits nach einer Minute das beste Konzert überhaupt. Jedes Lied, vom Opener One Month Off bis zur letzten Zugabe Flux wurde mitgegröhlt(!), die ganze Zeit wurde herumgepogt und der riesige Mosh-Pit zwang sogar der Band Respekt ab. Und dann stand ich auch noch die ganze Zeit neben der niedlichsten kleinen Asiatin, die man sich vorstellen kann (dafür liebe ich Dresden, eine niedliche kleine Asiatin neben der Anderen) – Herz, was willst du mehr?

Was bleibt also abschleißend zu sagen? Kele Okereke ist ein extrem sympathischer Kerl, der sich auch nicht zu schade ist, seinen Fans Kaffee zu bringen und Bloc Party sind die größte Band der Welt. Mindestens! Ich konnte nie nachvollziehen, wie man eine Band vergöttern kann, aber ab jetzt weiß ich: Wenn jemand es verdient hat, dann Bloc Party!

7 Antworten to “Kele Okereke’s Bloc Party”

  1. Auch dieses mal komme ich nicht daran vorbei, Dir zu sagen, dass Du endlich die Kaiser Chiefs streichen und dafür die Arctic Monkeys einsetzen sollst :-)

    Der Drummer von Bloc Party hat’s aber schon drauf.

  2. Ich bin inzwischen echt vorsichtig, was Musik angeht, aber Arctic Monkey halte ich einfach für überbewertet!

  3. naja.. delphic hören sich live sicher interessanter an. aber bloc party geht garantiert ab! die will ich auch unbedingt mal live sehen!

  4. Sehr gut.(:
    Steigert meine Lust auf Rock am Ring und mein Bedürfnis, sie endlich live zu sehen!
    Bloc Party sind die größten!

  5. Toller Bericht! Schöne Details, aber ich muss leider meckern. Nämlich über alle anderen die was über andere Bands abgelassen haben! Bloc Party ist DIE Band! Ihr könnt mir nicht erzählen, dass es etwas besseres gibt! Die Jungs, die machen EINFACH, sie tun EINFACH und sie sagen EINFACH was Sache ist!

    BP4Life

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  7. Spielereien mit dem Synthesizer eilen nun den Gitarren und dem Schlagzeug zu Hilfe anstatt sie ablösen zu wollen. „Bloc Party“ ist einfach eine Gitarrenband und so lange sie diese ehrlichen, kratzigen Instrumente in den Mittelpunkt stellt, funktioniert ihr Sound und funktionieren alle Experimente. Sanftere Songs haben ebenfalls ihren Platz auf dem Labum gefunden, darunter „V.A.L.I.S.“, der in Richtung Pop geht und damit überrascht, dass er nicht in der Mitte plötzlich etwas ganz anderes wird. Auf „Day Four“ zeigt die Band eine zärtliche Seite mit Klavier und Sphärenklängen und auf „Octopus“ schraubt sich der Gesang über hypnotischen Gitarrenzupfen in bisher bei Bloc Party ungehörten Höhen. Den Abschluss macht dann wieder schön rotziger Krach. „We are not Good People“ erinnert an Deep Purple und scheint’s noch einmal sagen zu wollen „Wir sind eine Gitarrenband“ und „Wir sind wieder da“.

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