Quadrophenia

Quadrophenia - Jimmy und Steph

Tristesse, eine Jugend am Boden, ohne Zukunft, ohne Ideale, ohne Ziel. Das einzige, was zählt, ist Party; unter der Woche mag man arbeiten, aber erst Freitagabend beginnt das Leben. Hin- und Hergerissen zwischen Drogen, Gewaltexzessen und zügellosem Sex sucht man sich selbst und findet doch nur Anfeindungen und Enttäuschungen.

Deutschland um die Jahrtausendwende? Nein, England in den Sechzigern. Und einmal mehr zeigt sich, dass Jugendliche zu allen Zeiten überall auf der Welt mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben. Ich war geschockt, als ich den Film zum ersten Mal durch Zufall gesehen habe: Da kommt dieser Film aus den Sechzigern und zeigt eine Rastlosigkeit kombiniert mit einer inneren Unzufriedenheit, die mir nur zu bekannt vorkam. Später fand ich dann zwar heraus, dass der Film von 1979 ist, aber das ist im Endeffekt egal. Es geht um das, was uns immer und zu allen Zeiten bewegt: Wer bin ich? Und warum bin ich, wer ich bin?

Jimmy, ein Mod aus einem Londoner Arbeiterviertel, ist unzufrieden mit der Welt: Jeden Tag muss er einem schlecht bezahlten und uninspirierenden Job als Bürobote nachgehen. Nur am Wochenende kann er alles herauslassen, nimmt so viele Drogen und Alkohol, wie er sich leisten kann und verbringt seine Zeit mit seinen Kumpels.

Als ein großes Mod-Treffen in Brighton ansteht (mit der Aussicht, ein paar Rocker zu verprügeln), ist dies natürlich eine willkommene Chance, endlich bei Steph zu landen und den legendären Ace kennenzulernen. Also schwingt sich die ganze Clique auf die Motorroller und macht sich auf an die Küste.

Am Ende bekommt Jimmy eine Geldstrafe aufgebrummt, wird zu Hause rausgeschmissen und muss erfahren, dass Liebe nicht zwangsläufig immer ehrlich ist. Ich will nicht zu viel verraten, seht es euch selber an. Der Film ist ein Wahnsinn, denn er zeigt die Realität: Drogen, Sex, Gewalt, Mastubation und ein Slang, der Hafenarbeitern die Schamesröte ins Gesicht treibt. Aber vor Allem lernen wir einmal mehr, dass wir nur uns selbst vertrauen können und keine Jugendbewegung das hält, was sie verspricht – egal, was Tocotronic wollen!

Am Schluss noch ein paar Worte zum Soundtrack: Wenn ihr 60s-Rock und -Pop was abgewinnen könnt – holt ihn euch! Er ist einfach nur genial und ich habe so endlich entdeckt, was so viele Menschen an The Who fasziniert hat. Er passt perfekt zu den Bildern, die im Endeffekt nur die logische Folge der Musik sind. Selten war ein Soundtrack so großartig passend.

Links:

Quadrophenia bei Amazon kaufen (DVD)

Quadrophenia O.S.T. bei Amazon kaufen (CD)

Fansite zum zugrunde liegenden Album und dem Film (Englisch)

Quadrophenia bei Wikipedia

Trailer:

5 Antworten to “Quadrophenia”

  1. Lucky#Slevin Says:

    Kenn ich, gnadenlos genial der Film.
    Aber ich steh dann doch mehr auf das Härtere Zeug.. Kids, Bully, usw…

  2. Naja, ist halt schon fast 30 Jahre alt, der Film – klar, dass es da inzwischen gnadenlosere Filme gibt. Aber es ist eben ein Klassiker; und ich steh total auf Klassiker!

  3. Ich hasse Mods *stilettzück*

    Aber ich muss zugeben, dass ich den noch nicht kenne. Kids ist natürlich Godfather of Jugendfilme, Bully kenne ich nicht, aber ich hoffe ist nicht so ein Rotz wie Ken Park. Mein persönlicher Favourtit bleibt aber The Wanderers.

  4. PS: Wenn euch mal der deutsche 80er-Film Verlierer über den Weg läuft: kaufen! Trotz Campino in einer Nebenrolle.

  5. Der Film klingt geil… Und die Probleme kenn ich, hab selbst genug durchgemacht. Vielleicht werde ich ihn mir auch mal anschaun…

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: