Ein paar Worte zum Studienbeginn…

Eigentlich war die Idee des Umzugs auch, nur noch niveauvolle Artikel zu veröffentlichen. Also Post, die durchdacht sind und eventuell auch ein bestimmtes Niveau halten können. So gesehen ist dies ein Test: Schaffe ich es, über mein Privatleben zu schreiben und dennoch das selbstgesteckte Ziel zu erhalten?

Nun gut, nun gut, der Versuch macht schlau, probieren wir es einfach aus! Aaaaalso: Seit Donnerstag bin ich dabei, Menschen kennenzulernen, die genauso durchgeknallt sind wie ich; denn an besagtem Tage startete das Programm meiner Fachschaft.

Vielleicht vorneweg: Die Fachschaft ist sozusagen die Schülervertetung für Studenten. Und weil ich es verdient habe (echt jetzt!), ist meine Fachschaft die aktivste der ganzen TU. Im Klartext heißt das: Halligalli. Während andere Studienfächer nur eine zentrale Veranstaltung von der Fakultät haben und sonst selber sehen müssen, wie sie ihre Stundenpläne bekommen oder Leute kennenlernen, bietet meine Fachschaft sozusagen das Rundum-Sorglos-Paket. Neben einer eigenen Begrüßung und Einführung am Mittag wurde auch noch eine Stundenplanberatung nebst Rundgang durch die Fakultät angeboten. Und da bekommt man in der Tat einiges geboten: Wir haben einen Flugsimulator, einen Eisenbahnsimulator, die wahrscheinlich genialste Modellbahnstrecke Deutschlands. Okay, ich gebe zu, das klingt jetzt nicht so toll, aber wenn man es toleriert, Komiltonen zu haben, die genau wissen, wie die Straßenbahn-Typen heißen, die auf Dresdens Starßen unterwegs sind, dann findet man das ziemlich geil! Ich weiß ja nicht, was den Mathematikern so geboten wird, aber in DEM deutschen Kompetenzzentrum für Verkehr studieren zu dürfen, ist wirklich einmalig.

Ich schweife ab – und langweile bestimmt, denn wenn E-Techniker von ihrem Studiengang erzählen, schweife ich auch gerne mit den Gedanken ab…

Eigentlich wollte ich ja auch was zu meiner Fachschaft sagen. Wie gesagt, es ist alles bestens organisiert. Donnerstag Abend war dann ersteinmal Billigsaufen im Countdown, einem Studentenclub unter einem Wohnheim. Ich trau mich echt nicht es zu sagen, aber es geht noch billiger als ich gedacht hätte – 1,50 € für den halben Liter Krusovice ist schon mehr anständig. Wobei ich schon ein Gratisbier abgeluchst habe: Ich muss mich nur das nächste Mal daran erinnere, dass Mike Mike heißt und der Lagerist vom Countdown ist. Das ich das überhaupt bis heute behalten habe, grenzt schon an ein Wunder.

Denn man konnte gut Kontakte knüpfen und wie das so mit mir ist, wenn das Bier billig und die Gesellschaft gut ist – ich neige dazu, mich abzuschießen. Weil ich aber vernunftbegabt bin, merke ich dies rechtzeitig und ziehe schnellstmöglich die Reißleine – immerhin war ich so vor zwölf zu Hause.

Über Freitag muss ich an sich nicht so viel erzählen, denn heute war die offizielle Begrüßung – besser, als ich es erwartet hätte – und die traditionelle Straßenbahnrundfahrt; Verkehrswissenschaftler eben!* Aber wenn man die Leute langsam kennenlernt und offen ist für alles, dann kann sowas auch ziemlich amüsant sein.

Jetzt bleibt mir nichts anderes mehr übrig, als darauf zu hoffen, durch Mathe und Informatik durchzukommen, eventuell in den Englischkurs reinzurutschen und auf Morgen zu warten. Denn Morgen gibt es erstmal einen Brunch, dann eine Stadtralley (das erinnert mich irgendwie an die beiden ersten Tage im Gymnasium, aber wie gesagt – offen sein für alles, denn was einen nicht umbringt, macht einen nur noch härter!), Kinobesuch – irgendeinen Film, der was mit Eisenbahn zu tun hat, natürlich! – und abschließend das Highlight, wofür sich schon allein das Studium in Dresden lohnt: Der Kneipenbummel in der Neustadt!

Jawohl, so sieht es aus. Ein letztes Mal die Freiheit genießen, bevor das Studium am Montag endgültig beginnt – mit einer Vorlesung über Verkehrsmaschinentechnik. So sind wir eben, wir VIWler!

*) Die Verkehrswirtschaftler dürfen auch mitmachen. Die sind natürlich nicht solche Oberpimps wie zum Beispiel die Verkehrsingenieure, aber die armen Menschenkinder können ja auch nichts dafür, dass sie Wirtschaft interessant finden…

11 Antworten to “Ein paar Worte zum Studienbeginn…”

  1. Chick Chick, hab von einigen FSRs gehört die sich echt Mühe geben. Bei uns gabs Donnerstagabend nach der Einführung noch nen Grillabend (alles umsonst).

    Gestern standen vor „dem Bau mit dem Physikhörsaal drin“ hunderte Maschinenbauer, die in Seminargruppen wollten.
    Echt ein Schauspiel.

    Wir müssen mal Stundenpläne abgleichen zum mensen gehen.

  2. Klingt alles ziemlich cool, aber wie is’n die Frauenquote so bei euch?

  3. @para:

    Meistens so um die vierte Doppelstunde, aber ich weiß noch nicht, wann ich VWL-/BWL-Übungen und meine Sprachkurse habe…

    @Sebastian:

    Für ein technisches Fach in Ordnung. Natürlich nicht so genial wie bei Geisteswissenschaftlern oder Biologen, aber garantiert über 30%!

  4. Öi, das klingt doch ma geil :) Freut mich für dich, dasses offenbar so gut is.

  5. Tja, wenn ich es nicht schaffe, hatte ich wenigstens einen schönen Start!^^

  6. weiblich Says:

    Werde das nächstes Jahr auch studieren-als Frau! Freue mich schon darauf, bin jedoch nict so ein Freak und jetzt ein bissl besorgt!

  7. Ach, das ist alles nur halb so schlimm. Die Meisten studieren VIW, weil es Zulassungsfrei ist. Und unter denen, die sich bewusst für Verkehrsingenieur entschieden haben, gibt es dann alles: Eisenbahnverrückte, Straßenbahnverrückte, Luftfahrtverrückte, aber auch Leute wie mich, die sich mehr für Logistik und/oder Nahverkehrsnetze interessieren. Und bisher habe ich auch niemanden getroffen, der der absolute Freak ist; alles ganz normale Leute, die sich nur eben darüber auslassen, ob die 28er ein Triebwagen oder eine Lok ist oder welches Flugzeug von Boeing den Durchbruch gebracht hat. Aber man kann mit denen auch ganz normal ein Bierchen trinken und über „normale“ Themen reden…

  8. Außer halt Frauen…

  9. Doch, wir haben Frauen – die studieren das aber meist, weil es zulassungsfrei ist oder ihr Abi für den NC für Verkehrswirtschaft zu schlecht war…

    Ich weiß nicht, scheint Frauen einfach nicht so brennend zu interessieren, also so gesehen ist es gut um jede Frau, die mit Begeisterung kommt!

  10. Ich glaube in Aachen ist da ein echter Mangel. Jedenfalls gibt es den netten Spruch „Ist ihre Tocher hübsch oder muss sie nach Aachen?“ :-)

  11. Irgendeine Strafe haben sie ja auch verdient dafür, dass das so ne asoziale Eliteuni ist…^^

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