Archiv für August, 2007

Urban Chaos

Posted in Der Geschmacksdiktator with tags , , , , , on 31. August 2007 by MuGo

Urban Chaos

Sebastian durfte sich was wünschen und hat weise entschieden: Ich soll eine Spielrezension schreiben. Und das ist machbar – auch wenn ich bestimmt seit einem Jahr kein „richtiges“ Spiel mehr gespielt habe.

Erst war ich kurz am Überlegen, ob ich eventuell MineSweeper rezensieren sollte – aber das erschien mir dann doch zu fies. Eigentlich kommen sowieso nur drei Spiele wirklich in Frage: Half-Life, Anstoß 3, AoE II. Das sind die drei Spiele, die ich am meisten gespielt habe. Aber weil ich in alle schon seit langer Zeit nicht mehr reingesehen habe – in Anstoß zum Beispiel nicht mehr, seitdem die Fanerweiterung mit den aktuellen Daten verboten wurde – nehme ich nun doch ein Spiel, dass ich vor noch gar nicht so langer Zeit zum letzten Mal gespielt habe und das relativ unbekannt scheint: Urban Chaos. Weiterlesen

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Schlager sind jetzt aber mal wirklich typisch deutsch!

Posted in Die Fünferbande with tags , , , , , , , , , , , on 29. August 2007 by MuGo

Zur Zeit flutscht es gerade wieder, ich habe Lust am Schreiben und nach der Einpack-Orgie heute habe ich mir ein bisschen Vergnügen auch verdient!

Heute geht es bei Die Fünferbande um das Thema „Schlager sind aber wirklich typisch deutsch!“. Ich präsentiere euch also Lieder, die eindeutig als Schlager durchgehen würden – wären sie nicht von ausländischen Interpreten in anderen Sprachen gesungen worden…

5. France Gall – Poupée de cire, poupée de son

Klingt nicht wie Schlager, sagt ihr? Klar, und Kirstis „Ein Student aus Uppsala“ ist ebenfalls kein Schlager; oder Michael Holms „Barfuß im Regen„. Nee, nee, eindeutig Schlager – nur mit dem Unterschied, dass ich keinen blanken Schimmer habe, worum es gehen könnte. Ich verstehe gerade mal, dass es irgendwie ums singen geht. Und seid froh, dass ich über „…ich träume jede Nacht“ erst bei den Recherchen zu diesem Beitrag gestolpert bin…

4. Nino Bravo – Un beso y una flor

Auch Spanier (und Südamerikaner) stehen auf Schlager – wer’s nicht glaubt, muss sich nur einmal eine Platte von Julio Iglesias anhören. Ich rate aber davon ab, denn gegen Julio sind selbst die Flippers und Roland Kaiser übelste Hardcore-Rocker. Deswegen gibt es den größten Hit von Nino Bravo, dem man wohl kaum zu Nahe tritt, wenn man ihn aus gesichtstechnischen Gründen mit Gerald Depardieu vergleicht. Übersetzt heißt das Lied übrigens „Ein Kuss und eine Blume“ und es geht um den pathetischten Abschied der Menschheitsgeschichte.

3. Jeanette – Porqué te vas

Nein, nicht Jeanette Biedermann, sondern eine englische Sängerin aus den Siebzigern singt „Weil du gehst“. Und das Video allein reicht schon, um das Lied als Schlager einzustufen. Es gibt übrigens auch eine französische Version (und unter Garantie auch eine englisch, italienische und deutsche), aber die spanische Version ist die bekannteste und am häufigsten gespielte.

2. Petula Clark – Downtown

Dieses Lied ist so Schlager, dass man notfalls nur die deutsche Version hören muss, um vollends überzeugt zu sein. Die heißt ebenfalls „Downtown“ und wird von der selben Sängerin gesungen. Hier gibt es aber die englische Version. Und die Erkenntnis, dass Engländerinnen auch schon in den Sechzigern nicht gerade durch Sexiness aufgefallen sind…

1. ABBA – Wer im Wartesaal der Liebe steht

Als Besitzer der „The Complete Singles Collection“ von ABBA nenne ich auch dieses Lied mein Eigen, das so eindeutig ein Schlager ist, dass es wirklich niemand bestreiten kann. Daran ändert auch die Tatsache, dass es sich bei ABBA um die Pop-Titanen der Siebziger handelt, nichts…

Das Buch war aber viel besser…

Posted in Die Fünferbande with tags , , , , , , , , on 28. August 2007 by MuGo

Nachdem ich gerade herausgefunden habe, dass ich wie Helen Hunt aussehe und amerikanische Wissenschaftler per Telefonkette bewiesen haben, dass es ein Gen für Schlechten Umgang gibt, muss ich mich nun den weniger schönen Dingen des Lebens zuwenden. Heute muss ich nämlich wirklich mit dem Packen beginnen…

Vorher aber noch schnell ein Eintrag in der Kategorie Die Fünferbande. Diesmal lautet das Thema „Das Buch war aber viel besser…“ und es geht um Filme, die mit ihren literarischen Vorlagen außer dem Titel nicht viel gemeinsam haben.

5. Das Geisterhaus

Wieso man aus diesem Buch einen Film gemacht hat, verstehe ich nicht. Das wäre eher etwas für eine mehrteilige Fernsehserie gewesen, weil die Story so komplex und langwierig ist. Weil man aber anscheinend unbedingt einen Hollywoodfilm aus diesem wahrscheinlich besten Buch aller Zeiten machen wollte, musste man sich anderer Mittel bedienen – und hat einfach eine komplette Generation gestrichen – ganz abgesehen von den ganzen Geschehnissen vor der ersten. Aber statt des Übergangs von Clara auf Blanca auf Alba gibt es im Film nur Clara und ihre Tochter Blanca, die auch Züge von Alba hat. Somit ist zwar die wichtigste Geschichte gerettet und auch ziemlich gut umgesetzt – die ganzen detailreichen Erzählstränge, die dieses Buch aber zu einem Lesevergnügen gemacht haben, sind verschwunden. Deswegen Platz 5 in dieser Liste.

4. Winnie, the Pooh

Auch hier wurden die Geschichten beigehalten – aber was hat Disney aus dieser Vorlage gemacht! Eben typisches Disney-08/15. Bah! Da bleibe ich lieber beim Original, dem besten Kinderbuch aller Zeiten. Ich empfehle übrigens die englische Originalversion, obwohl die deutsche Übersetzung von Harry Rowohlt auch Charme hat…

3. Forrest Gump

Während der Film den unaufhaltsamen Aufstieg eines Mannes zeigt, der eigentlich zum Verlieren bestimmt ist, ist das Buch eine Satire auf den amerikanischen Traum. Forrest Gump ist hier keineswegs eine sympathische Figur, sondern wird nur genutzt, weil ein Idiot eben einige Sachen anders sagen kann als eine smarte Hauptfigur. Warhols fünf Minuten Ruhm werden gnadenlos auf die Schippe genomen und die anderen Hauptfiguren aus dem Film treten nur in kurzen Sequenzen auf (Forrests Mutter, seine Freundin, Bubba). Dafür gibt es einige Episoden, die wohlweislich nicht in den Film aufgenommen wurden, weil sie ihn für die Rechte unsehbar gemacht hätten – z.B. seine Filmkarriere in Hollywood oder sein Flug in den Weltraum mit einem Versuchsschimpansen. Insofern: Das Buch ist ganz anders – es ist ebenfalls unterhaltsam, aber wenn man den sympathischen Forrest vor Augen hat, wirkt es doch ein bisschen surreal…

2. Children of Men

Children of Men ist für mich neben Harrison’s Flowers einer der eindrücklichsten Anti-Kriegsfilme überhaupt, die diese Bezeichnung wirklich verdient haben. Der Film ist nicht unbedingt herausragend, aber das Universum spannend und die Intention kommt sehr stark rüber.
Deswegen bin ich auch ein bisschen über das Buch überrascht gewesen – denn es hat so gut wie gar nichts mit dem Film zu tun. Die Story ist anders, die Figuren, sofern sie denn im Buch überhaupt vorkommen, haben andere Charaktere, die ganze Umwelt ist eine viel friedlichere. Es würde zu weit führen, jetzt eine Abhandlung über das Buch zu schreiben, nur so viel: Das Buch war Anfang der Neunziger sicherlich interessant – aber der Film hat es in die Neuzeit angepasst. Man könnte auch sagen: Die kurze Phase zwischen 1989 und 1991, als der Ostblock langsam auseinanderfiel und der Jugoslawienkrieg noch nicht begonnen hatte, scheint auf die Autorin dermaßen friedlich gewirkt zu haben, dass sie eine viel zu friedliche Zukunftsvision entworfen hat; mit unserer heutigen Erfahrung wirkt der Film um einiges realer…

1. Schindlers Liste

Schon allein deswegen auf Platz Eins, weil die Buchvorlage ein Sachbuch ist. Übrigens ein sehr gutes, wie ich finde…

Warum blogge ich?

Posted in Le blog et moi with tags , , on 27. August 2007 by MuGo

Diese Frage hat dieser Post aufgeworfen. Denn wenn ich Saras Wut so lese, kann ich bei vielen Sachen sagen: Genau, das kotzt mich an vielen Blogs auch an! Aber bin ich besser?

Hm, teils-teils. Ich bin kein Blogroll-geiler Blogger. Das kann ich mit Fug und Recht von mir behaupten und als einer der ganz wenigen Punkte hat sich dies in den gerademal neun Monaten nie geändert. Ich verstehe es nicht, warum ich um die Aufnahme in eine Blogroll betteln sollte und wenn jemals einer einen Kommentar geschrieben hätte: „Toller Blog, ich habe dich auf meiner Blogroll verlinkt und würde mich sehr freuen, wenn du mich auch verlinken würdest.“ – dann hätte ich mir nur gedacht: „Wie gut, dass du den Konjunktiv benutzt, den Indikativ wirst du nämlich nie erleben!“ Wenn ich lese, was Sara für Mails erhält, bekomme ich das Kotzen! Es ist armselig um Aufnahme zu winseln und es erfüllt auch überhaupt nicht den Sinn einer Blogroll, so wie ich sie verstanden habe. Denn ich habe auf meiner Blogroll nur Blogs verlinkt, die ich selber besuche und für so herausragend halte, dass ich gerne andere darauf aufmerksam mache – auch wenn sich das Interesse meistens auf Fotzenalarm reduziert. Aber wenn hinundwieder für Paul oder Sebastian auch mal der ein oder andere Zufallsbesucher abfällt, der sich längerfristig einrichtet – dann hat die Blogroll meines Erachtens ihren Soll erfüllt. Wenn sie das nicht tun sollte – ihr wisst nicht, was euch entgeht. Und wenn ich irgendwann feststelle, dass ein Blog für mich überhaupt nichts mehr bietet, dann wird er eben wieder entfernt. Kurz und schmerzlos, ohne Komentar oder Hinweis. Und das erwarte ich auch für den Umgang von Anderen mit meinem Blog. Wenn sich die so genannte Blogosphäre irgendwie von anderen Internetbestandteilen unterscheiden sollte, dann doch darin, dass es sich um persönliche Netzwerke handelt, die statischen mit beweglichem Content verknüpfen. Und an einer Blogroll, auf der jeder Hans und Franz steht, der mich auch mal verlinkt hat, ist nichts persönlich, dass ist nur die Abschrift vom Telefonbuch deiner Heimatstadt – niemand da, der es nicht nützlich findet, aber keiner stöbert darin freiwillig herum.

Ich komme vom Thema ab, denn es geht hier nicht um die Blogroll, sondern darum, warum ich blogge. Ich weiß es selber nicht so genau – und diese Ziellosigkeit merkt man meinem Blog an. Angefangen habe ich ja mit dem Geschmacksdiktator – ganz am Anfang sogar noch auf blog.de -, weil ich darin eine Möglichkeit sah, endlich jemanden Lieder ans Herz zu legen OHNE sich andauernd schon nach einer Sekunde sagen lassen zu müssen: „Mach das weg!“. Das war eigentlich auch die beste Zeit. Dieser Blog lief nebenher, mein eigentliches Anliegen war aber der tägliche Kultur-Tipp. Nur leider schüttelt sich ein Tipp für jeden Tag nicht einmal so eben aus dem Ärmel, denn ein Blog benötigt Pflege und eine gute Schreibe Zeit. Und da kommt dann mein ewiges Dilemma ins Spiel: Ich bin gut im Anfangen, aber wenn es plötzlich ernst wird und die tägliche Routine einkehrt, geht die Motivation schlagartig runter. Das war beim ersten Geschmacksdiktator so, das war beim zweiten Geschmacksdiktator so – auch wenn dort das Konzept von mir falsch angepackt wurde.

Auch dieser Blog, der langsam zum Hauptblog wurde, leidet unter dieser meiner Schwäche. Nicht nur die kleinen und unwichtigen Beiträge, die mehr oder weniger als Lückenfüller auftreten müssen, sind teilweise in einem grausamen Stil geschrieben, weil ich weder Sorgfalt walten lasse noch große Lust habe, die Artikel später umzuarbeiten. Wie gesagt, bei einem Artikel über irgendetwas, was ich gestern gemacht habe, ist das ja auch nicht wirklich schlimm – so was interessiert nicht wirklich und soll auch keinen Anspruch erfüllen. Aber wenn man einen Artikel schreibt über etwas, was einen wirklich beschäftigt, dann denkt man manchmal wirklich: „Hey, das könnte ein wirklich guter Text sein, aber er liest sich nicht gut, weil du wieder zu nachlässig warst!“ Das ich einen Best-of-Tag habe sagt alles – ich finde die meisten Artikel so grottig, dass ich gerade einmal 17 Artikel (inzwischen dürften es aber 19 oder 20 sein – ich muss mal wieder aktualisieren) für lesenswert erachte. Und das bei derzeit über 200 Posts…

Je länger ich an diesem Artikel schreibe, umso mehr bemerke ich, wie mich das eigentlich ankotzt: Nicht, dass so wenig Leute kommentieren, nicht, dass so wenig meine Sachen lesen, sondern dass verdammt noch mal die Schuld bei mir liegt! Ich schimpfe auf diese ganzen kurzlebigen „Hallo Welt, Jacqueline-Chantal hat jetzt auch einen Blog!“-Blogs – dabei fabriziere ich selber einen. Es gibt kein Thema, es gibt keine Substanz und das wenige, was meiner Meinung nach gut sein könnte, verhunze ich noch durch mangelnde Konzentration. Im Endeffekt stehen aufgebrachte Zeit und Ergebnis in keinem Aufwand. Es ist frustrierend, aber nur die gerechte Strafe.

So gesehen ist es vielleicht ganz gut, dass ich jetzt gezwungenermaßen eine Auszeit nehmen muss. Denn nach diesen geschätzten drei Wochen ohne Internet wird sich zeigen: Komme ich wieder zurück zum Bloggen oder dehne ich die Pause selber weiter aus? Ich habe schon einmal vom Aufhören geredet, aber das war ein Kurzschlusspost. Diesmal ist es ernster, weil jetzt die Phase kommt, in der sich zeigen wird, was ich wirklich will: Bloggen oder sinnloses Totschlagen von Zeit? Die werde ich als Student wohl nicht mehr so viel haben (vor allem, wenn ich tatsächlich zwei Sportkurse belegen sollte). Insofern kann der Blog nur bestehen, wenn ich es wirklich will. Und derzeit denke ich, dass ich nicht mehr will.

Nur eins kann ich versichern: Ich werde euch treu bleiben und Das Bierblog ist derzeit auch krisensicher. An beidem habe ich nicht die Lust verloren – es stellt sich nur eben die Frage, ob ich bei bald als ganz normaler Gast kommentiere oder mit einem Hausblog im Rücken!

Falls nochmal jemand fragen sollte, warum ich gegen „ein bisschen Folter“ bin…

Posted in Das große Ganze with tags , , , , on 16. August 2007 by MuGo

José Poblete nehmen die Folterer den Rollstuhl weg, rufen ihn „Kurzer“, wenn er sich auf seinen Beinstümpfen und Händen über den Boden schleift. Sie zwingen ihn zum Oralsex mit einem Mitgefangenen. Immer wieder veranstalten die Polizisten Boxkämpfe unter den Gefangenen. Wer nicht hart genug zuschlägt, wird verprügelt. […] Einmal lässt Julio Simón eine Pyramide aus nackten Leibern bauen. José Poblete muss nach oben klettern, als Pyramidenspitze.
Alle Gefangenen im Olimpo [ein Foltergefängnis in Buenos Aires zu Zeiten der Militärdiktatur, Anm. d. Admin.] werden gefoltert, immer wieder. Manche werden in siedendes Wasser getaucht, danach, wenn die Haut sich ablöst, in ein Güllefass. Alle werden irgendwann nackt mit Kapuze über dem Kopf auf ein metallenes Bettgestell gefesselt und mit einer elektrischen Rute gequält. Die Folterer verbrennen ihnen mit dem Strom Brustwarzen, Achselhöhlen, Gesicht, Genitalien. Einer Schwangeren stecken sie den Stromstab in den Uterus, um den Fötus zu töten. Danach vergewaltigen sie die junge Frau.
[…]
Simón ist bekannt für seine Abneigung gegen die elektrische Rute. Er zieht es vor, seine Opfer mit einer Eisenkette zu verprügeln. Anschließend reibt er ihnen Salz in die Wunden. Einmal schleift er Gertrudis nackt an den Haaren in den Foltersaal.
[…] Als die Misshandlungen brutaler werden, bringt einer der Polizisten ein Schild in der Folterkammer an; mit der Aufforderung, Blut und Schweiß, Urin und Kot ordentlich aufzuwischen: „Bitte hinterlassen Sie Ihren Arbeitsplatz sauber.“
[…] Nachbarn erinnern sich noch Jahre später an die […] Schreie. Einer beschwert sich, er habe mit geschlossenem Fenster schlafen müssen: „So laut haben diese Scheiß-Subversiven gebrüllt.“

(Aus GEO 09/07, „Das gestohlene Mädchen“, S.72)

Gertrudis Hlaczik

Gertrudis Hlaczik, gestorben mit 21 Jahren

José Poblete

José Poblete, gestorben mit 24 Jahren

Julio Simón

Julio Simón, ihr Peiniger, bei seiner Festnahme