Die fabelhafte Welt der Amélie

Die fabelhafte Welt der Amélie

Mir geht es blendend, denn ich habe gerade einmal mehr Amélie gesehen. Alle, die dies bisher versäumt haben sollten – kräftig schämen, bitte!

Dieser Film ist einfach nur genial! Er ist herrlich naiv, er ist herrlich schön, er ist herrlich melancholisch. Er hat, wie ich finde, einen unschlagbaren Original-Soundtrack, eine der wahrscheinlich schönsten Kussszenen der Filmgeschichte und spielt in einem Frankreich, dass das Dorf aus „Chocolate“ wie die Ausgeburt der Realität wirken lässt. Aber warum soll man sich mit miesepetrigen Stimmen auseinandersetzen, die den mangelnden Realitätsbezug bemängeln? Solche Leute regen sich wahrscheinlich auch darüber auf, dass bei Jurassic Park Dinosaurier rumlaufen, obwohl man sie gar nicht klonen kann. Und ja, es tauchen keine Schwarzen auf – genausowenig, wie in deutschen Filmen Türken auftauchen, wenn der Film nicht gerade von Türken gedreht wird.

Aber ich schweife ab; Amélie feiert die kleinen Dinge des Lebens. Die, denen wir keine Beachtung schenken und die völlig losgelöst sind von Rationalität und Sinnhaftigkeit. Das Leben ist ausgefüllt mit vielen kleinen Details und trotzdem nehmen wir nur das Große und Ganze wahr. Natürlich wissen wir, wie der Film ausgehen wird – aber warum sollte es uns stören? Ich kenne wenige Filme, die nur für sich alleine stehend einen ganzen Kosmos begründet haben. Es gibt kein Buch und gottseidank keinen Nachfolger – nur diesen einen Film. Und dennoch ist man jedes Mal wieder fasziniert von den Details, den Windungen, den Geschichtchen, die zwar teils unbedeutend sind, doch nur als Einheit diesen Film schaffen können.

Dazu kommt die unglaublich schöne Original-Filmmusik von Yann Tiersen. Die Stimmungen werden perfekt eingefangen. Schon allein wegen der Musik würde es sich lohnen, den Film zu sehen und sich von diesem Kunstwerk einfangen zu lassen – wie schon so viele Andere vor einem.

Es kommt nicht von ungefähr, dass Amélie einer der beliebtesten Filme überhaupt ist. Ich glaube, er spricht etwas in uns an, nach dem wir uns sehnen: Geborgenheit, Ruhe, heile Welt. Aber anders als Heimatfilme oder schlechte Western tut er es nicht plakativ. Er ist subtil, er umgarnt uns und selbst jemand, der bei Sat.1-Filmen das Grausen bekommt, kann sich Amélie Poulain nicht entziehen. Vielleicht wird dieser Film einmal für eine Generation stehen und „ihrem“ Kitsch. Aber das glaube ich nicht. Denn wann immer man bei Amélie an den Punkt kommt, „Kitsch“ zu flüstern, muss man sich unweigerlich auf die Zunge beißen. Dieser Film hat eine Aura, wie ich sie bei noch keinem anderem wahrgenommen habe. Er ist die Perferktion!

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Die fabelhafte Welt der Amélie – Offizielle Homepage

Die fabelhafte Welt der Amélie bei Wikipedia

Trailer:

8 Antworten to “Die fabelhafte Welt der Amélie”

  1. Ich kann dir nur zustimmen. Bei solchen Filmen ist das höchste Lob, das ich vergeben kann, “schön”. Und Amelie ist schön.

  2. das ist eh schon realität.

  3. Bei den Softpornos übrigens auch :P

  4. Auch mein Lieblingsfilm. Ich schaue sonst sehr gerne Action-, Science-Fiction- und auch Horrorfilme, aber ich liebe “Die fabelhafte Welt der Amélie”.

    Und ich muß ihn mir alleine ansehen, keiner meiner Bekannten und Freunde kann meine Begiesterung für diesen Film verstehen. Er ist -laut ihnen- entweder kitschig oder langweilig.

  5. Ach, die haben Amelie halt noch nie gesehen! Ich weiß noch ganz genau, wie ich mich davor gesträubt habe, den Film anzusehen, obwohl mein bester Freund mich immer wieder darauf hingewiesen hat: “Nein, der ist bestimmt kitschig!” Und dann, an einem langweiligen Nachmittag und alle anderen Filme schon mal gesehen, habe ich ihn mir endlich angeschaut. Seitdem liebe ich diesen Film! Deshalb: Anschauen!

    Oh, und Paul: Guck nicht so viel Vox!^^

  6. der film ist wirklich schön..

  7. Es gibt kein Buch und gottseidank keinen Nachfolger – nur diesen einen Film

  8. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Buch zum Film eine absolute Bereicherung wäre. Es wäre mehr als nur interessant, Gedankenwege, Beschreibungen und Vergleiche zu lesen, die die Denkweise der Pesronen erklärt.
    Mit nichts lässt sich die wunderbare Art wie Amélie denkt, und wie man das Leben mit den Kleinigkeiten genießen kann, besser erläutern als mit Worten.

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