Coupling

Coupling-Cast

Ich schaue nicht viel Fernsehen. Und Serien schon gleich gar nicht, weil ich mich nicht mehr darauf einlassen möchte, meinen Wochen- oder gar Tagesablauf nach den Sendezeiten irgendwelcher Privatsender abzustimmen. Das war aber nicht immer so. Früher, ungefähr vor vier Jahren, war es für mich selbstverständlich, Abends fern zu sehen. Und neben „Futurama“ und den „Simpsons“ gab es eine Serie, von der ich richtig begeistert war. Sie ist eine der großartigsten britischen Serien aller Zeiten und dass sie nach einer so schlechten Sendung wie „Sex and the City“ (auf Spanisch kurioserweise „Sexo en la ciudad“, also „Sex IN der Stadt“, warum auch immer…) lief, zeigt einfach nur die Missachtung, mit der in Deutschland Qualität gestraft wird.

Coupling ist und bleibt eine Sternstunde der TV-Unterhaltung! Die Serie, gespickt mit viel britischem Humor, beschreibt eine Clique von Londoner Yuppies und – vor allem – ihre absurden Beziehungsprobleme. Dabei geht es weniger um großes Gefühlschaos (das ist eher ein Übergeordneter Erzählstrang), als um kleine Unterschiede bei Männern und Frauen, sexuelle Präferenzen und allgemein darum, wie man sich von seiner Peer Group beeinflussen lässt.

Ein kurzer Überblick über das Szenario: Susan und Steve sind ein Paar. Das würde wahrscheinlich schon reichen, um eine Sit-com darüber zu verfassen. Allerdings sind die beiden sind nicht allein, sondern treffen sich in ihrer Stammbar mit ihren Freunden. Darunter sind Patrick und Jane, ihre jeweiligen Ex-Partner, sowie Jeff, Steves bester Freund, und Sally, Susans beste Freundin. Die Männer klären dann zusammen so wichtige Probleme wie die Frage, welche Schauspielerin gute Nacktszenen hatte (besonders Jeff tut sich bei „männlichen“ Problemen immer sehr hervor…) oder alle gehen zusammen zur Beerdigung von Janes Tante. Und natürlich kommt es dabei immer wieder zu höchst amüsanten Verwicklungen…

Die Serie lief über vier Staffeln mit insgesamt 28 Folgen. Der Zuschauerschwund in der letzten Staffel geht vermutlich darauf zurück, dass Jeff nicht mehr dabei ist und zum anderen auch langsam die Ideen ausgehen. Immerhin hat die frühe Absetzung die Serie vor einem schleichenden Tod bewahrt. Und somit stehen zumindest die ersten drei Staffeln einsam als Leuchttürme der europäischen Fernsehunterhaltung in einer großen Einöde (nagut, so schlimm ist es nun auch wieder nicht mit europäischen Serien…).

Was die Serie aber auf jeden Fall auszeichnet gegenüber vergleichbaren amerikanischen Serien wie „Friends“ oder der unsäglichen Kopie „Coupling US“ (eine für den amerikanischen Markt entschärfte Version mit exakt den gleichen Charakteren und Storys), ist ihr viel höherer Realitätsbezug und der „unsaubere“ Humor. Witze über Lesbenpornos, häufigen Partnerwechsel und Vibratoren werden nicht so verschämt und moralisierend eingebaut wie in US-amerikanischen Sit-Coms. Damit ist sie eher mit dem – doch sehr derben – deutschen Humor kompatibel und ermüdet auch nicht so sehr beim Anschauen.

Zurzeit läuft die Serie im deutschen Fernsehen auf Comedy Central, man kann aber auch alle Staffeln als DVD kaufen. Im Netz habe ich noch nicht sonderlich viele Angebote zum gratis sehen gefunden.

Links:

1. Staffel kaufen (oder ausleihen)

2. Staffel kaufen (oder ausleihen)

3. Staffel kaufen (oder ausleihen)

4. Staffel kaufen (oder ausleihen)

Offizielle Serien-Website der BBC (auf Englisch)

Deutsche Fansite von Coupling

Coupling bei Wikipedia

Coupling bei alluc.com

Video:

Und als kleinen Appetithappen gibt es hier meine Lieblingsfolge aus der ersten Staffel, „Inferno“. In dieser Folge muss u.a. Steve erklären, warum es sich bei „Lesbian Spank Inferno“ (in der deutschen Synchronisation: „Das lesbische Peitscheninferno“) um einen Erotikfilm handelt und nicht um etwa um einen Porno…

Englische Originalversion in drei Teilen.

5 Antworten to “Coupling”

  1. Du steigst weiter in der Achtung;) Ich hab Coupling immer geguckt, als es auf Nick kam, aber irgendwann kamen nur noch Wiederholungen:D

  2. sauber, da schließ ich mich meinem vorschreiber an. coupling war hammer.

  3. Naja, das mit den Wiederholungen ist bei 28 Folgen auch kein Wunder. Und wenn man sich das Programm bei Comedy Central in den letzten Wochen angeschaut hat: Inferno lief jeden Tag mindestens einmal. Ist ja auch eine gute Folge, keine Frage, aber auf Dauer wird es ja dann doch langweilig…

  4. Lucky#Slevin Says:

    Also Coupling is schon auf jeden Fall geil, aber Sex and The City war auch gut und als Frau kann man nicht anderer Meinung sein glaub ich :D

  5. […] werden nicht so verschämt und moralisierend eingebaut wie in US-amerikanischen Sit-Coms.“ (MuGo) Und was denkst […]

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