Andreas Merkel: Große Ferien

Große Ferien (Cover)Dieses Buch MUSS ich euch vorstellen. Es ist mein absolutes Lieblingsbuch und ich kann mich mit keiner fiktiven Figur so gut identifizieren wie mit Zorro.

Ich weiß – der Titel schreckt ab! Das ging mir genauso. Und der Text auf der Rückseite lautet folgendermaßen:

Die kurze Geschichte eines langen Sommers

Leo Zoraster, genannt Zorro, ist siebzehn Jahre alt und hat ein großes Problem: Er ist verliebt. Verliebt in Sara. Sara ist so wunderbar, daß man sie nur einmal ansehen muß, um gleich Kopf, Herz und Verstand zu verlieren. Aber sie íst mit einem anderen zusammen, und Zorro hat keine Chance. Das ist ungefähr der Stand der Dinge, als die großen Ferien beginnen…

In anderen Worten: BRAVO Girl!-Fotoroman ohne Bilder für „Boys“. Zum Kotzen. Man weiß jetzt schon, wie das Ganze ausgeht. Zorro – was für ein blöder Spitzname – gewinnt das Herz von Sara und alle sind glücklich!

Das Buch lag also bei mir rum und ich habe mich echt geärgert, so etwas zum Geburtstag bekommen zu haben (man stellt ja keine Ansprüche, aber wenigstens sollte die eigene Würde gewahrt bleiben!). Dann bin ich mit meiner Oma eine Woche nach Malta geflogen und brauchte eine Reiselektüre…

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Ich wusste sofort: Zorro, dass könnte auch ich sein. Ein ruhiger Charakter, ohne Freundin, die Traumfrau einerseits unerreichbar, andererseits wird sie von ihm nie angesprochen. Genauso wie er kann ich mir nichts besseres vorstellen, als mit meine Freunden herumzuhängen, obwohl sie mir manchmal seltsam fremd sind. Und genauso wie er muss ich damit leben, dass es im Leben immer weitergeht und eigentlich nie so, wie man möchte. Das Ende ist das wahrscheinlich beste, das ich je in einem Buch gelesen habe! Einerseits lässt es einen unbefriedigt zurück, aber andererseits sagt man sich: So ist es!

Viele Leute sagen, „Der Fänger im Roggen“ oder „Die neuen Leiden des jungen W.“ wären für sie Offenbarungen gewesen. Ich scheu mich nicht, dass selbe über „Große Ferien“ zu sagen. Für mich ist es eins der großartigsten Bücher der Literaturgeschichte, geschrieben in einer so aktuellen Sprache, dass es wahrscheinlich das gleiche Schicksal wie „Die neuen Leiden des jungen W.“ erleiden wird: In zwei Jahrzehnten ist es für Jugendliche nicht mehr lesbar.

Dennoch: Lest es! Denn es gibt nur zwei Möglichkeiten – entweder legt ihr es nach zwei Seiten weg und lest nicht mehr weiter oder ihr lest es in einem Rutsch durch. Und da es auf Amazon Exemplare ab einem Cent (ja, richtig gelesen: 0,01 €!) gibt, sollte man es durchaus wagen, diesen verkannten Schatz zu kaufen.

Links:

„Große Ferien“ kaufen

Offizielle Homepage von Andreas Merkel

Offizielle Seite zu „Große Ferien“

4 Antworten to “Andreas Merkel: Große Ferien”

  1. Lucky#Slevin Says:

    Ach naja, es wäre ja gelogen wenn ich jetzt sagen würde: Oh nein, Bildungsromane! Ihh! Aber im Endeffekt steh ich auf sowas, und deshalb geh ich’s mir bei gelegenheit kaufen…

    Oh und, was mich abgeschreckt hat war die Tatsache, dass ich nicht Andreas, sondern Angela las und meine Reaktion darauf sah in etwa so aus:
    ………. wtf?!

  2. Nee, bloß nicht! Ein Buch von Angela M. über einen Zwölftklässler würde ich unter Garantie nicht lesen…

  3. ich habe noch so viele bücher hier rumliegen, die darauf warten, verschlungen zu werden. aber das? nen! das kannste in der s-bahn ja nur mit dem schutzumschlag eines anderen buches lesen. :D

  4. Ich weiß – der Verlag hat das Buch absolut nicht verstanden. Entsprechend ist das auch gefloppt. Erstens hat der Umschlag nichts, aber auch rein gar nichts mit dem Buch zu tun (Rendsburg liegt nicht an der Nordsee und die Strandszene spielt an der Ostsee – warum also ein Nordsee-Leuchtturm? Zorro soll laut dem Buch anders aussehen. Und die Farbe ist unter aller Sau!) und zweitens werden damit Leser angelockt, die dann wohl doch Probleme damit haben, dass es kein Happy-End gibt, dass sich Zorro an seiner Umwelt abarbeitet, dass Romantik in diesem Buch irgendwo zwischen Freundschaft und Pornografie versteckt ist. Das ist halt das wahre Leben und nicht so eine süße Boy-meets-Girl-Geschichte. Aber wie gesagt: Das ist bei Knaur Lemon erschienen – das musste einfach schlecht ausgehen…

    Ansonsten ist das Buch bestens für S-Bahnfahrten geeignet: Man kann es so runter lesen und sofort wieder einsteigen! Also, check mal lieber deine Büchersammlung nach einem passenden Umschlag…

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: