Schwule schwarzafrikanische Junkies und Russische Armee-Krankenschwestern: Blut spenden beim DRK

Ich gewissensloses Arschloch – UD – war heute Blut spenden. So etwas mache ich natürlich nicht aus Jux und Dollerei, sondern nur, um später sagen zu können: „Es ging mir um die Kinder!“ Das macht sich einfach besser, wenn man erster Präsident der galaktischen Förderation wird…

Fröhlich das Horst-Wessels-Lied pfeifend ging ich also in meine ehemalige OS (Orientierungsstufe = Niedersächsischer Sonderweg im Schulsystem = eine Art Gulag = inzwischen abgeschafft), die mit ihrem sympathischen Siebziger-Jahre-Charme genau der richtige Ort für eine solche Aktion ist. Zu meinem Erstaunen war ich so gut wie alleine – beim letzten Mal musste ich Schlange stehen.

Nun gut, schnell den Fragebogen ausgefüllt. Als heterosexueller Arier, der sich keine Drogen spritzt natürlich kein Problem. Allerdings frage ich mich, ob ein schwuler schwarzafrikanischer Junkie, der nach 1977 nach Deutschland kam und sich im letzten Monat in Vietnam aufgehalten hat nicht vielleicht auch Spenden darf – 4 mal Minus ergibt bekanntlich Plus!

Danach wurden meine Vitalwerte (ja, so heißt das in der Fachsprache!) gemessen, wobei ich beim Arzt, der meinen Blutdruck gemessen hat, doch sehr froh war, dass er nicht die Nadeln setzt. Der Mann hatte wohl doch den einen oder anderen Kaffee zu viel…

Danach noch schnell anonym das Blut frei geben und ab gehts! Diesmal floss das Blut ziemlich schnell und ich durfte mich zügig zum Erholen auf die Ruheliege legen (Ihr merkt: Das ganze zieht sich…). Doch dann endlich ging es ans Buffet; denn das tolle am Blut spenden ist, dass man danach kostenlos so viel essen und trinken darf wie man möchte!

Allerdings ist das jetzt nicht so, wie man sch das vielleicht vorstellt; eine russische Armee…, pardon, deutsche Rotkreuz-Schwester fragt einen, was man essen möchte. Man darf sich dann aus den belegten Brötchen das aussuchen, was man mag, was einem dann auf den Teller gelegt wird – nicht, dass man sich überanstrengt! Danach darf man sich selber(!) einen Joghurt nehmen. Außerdem wird man gefragt, ob man Kaffee oder schwarzen Tee trinken möchte (Hallo? Ich soll‘ einen großen Flüssigkeitsverlust wett machen – da trink ich dann doch nichts mit Koffein! Soll ich noch durstiger werden, oder was?). Wenn man, so wie ich, dankend ablehnt, wird man mit Blicken getötet. Noch schlimmer ist es allerdings, wenn man sich seinen Kaffee selber holen möchte. Das gibt Mord und Totschlag. Blutdruck-Man ist käglich gescheitert – am Ende bekam er dennoch seinen Stoff; ich hätte ihm ja nichts mehr gegeben, aber mich fragt ja keiner…

Was auch sehr toll ist: An der Kaffeemaschine kann man lesen, dass man möglichst keinen Saft direkt nach dem Spenden trinken soll – vor allem keinen Traubensaft. Da sich das natürlich keiner durchliest (Wie auch? Es darf ja keiner an die Kaffeemaschine!), ist es taktisch sehr klug, auf jeden Tisch eine Flasche Traubensaft zu stellen. Fast alle greifen also beherzt zur Saftflasche, um dann keifend aufgefordert zu werden, Wasser zu trinken. Warum wird nicht erklärt. Geht ja auch keinen was an. Wenn jemand, der sich mit Medizin auskennt, etwas sagt, dann hat man das auch auszuführen, Punkt. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder medizinische Informationen bekommen würde? Genau: Anarchie!

Da ich aber schon beim letzten Mal angeschnauzt wurde, habe ich brav mein Wasser getrunken und den guten Bienenstich mit Buttercreme (die Betonung liegt auf Butter) gegessen. Und durfte mit dem Gefühl nach Hause gehen, dass es wahrscheinlich besser wäre, jedem Spender fünf Euro und eine Liter Flasche Wasser für den halben Liter in die Hand zu drücken, als diesen Kokolores mit dem Buffet zu veranstalten. Andererseits bezahlt es ja das Rote Kreuz – was interessiert es mich?

Außerdem darf ich jetzt erst einmal ein Jahr lang nicht mehr spenden, weil ich in zwei Monaten nach Ecuador fliege. Da man erst nach zwei Monaten wieder spenden darf und nach Südamerika-Reisen eine Schutzfrist von acht Monaten eingehalten werden muss (Inkubationszeit von Tropenkrankheiten!), kann ich erst wieder in Dresden spenden. Da bin ich ja mal auf die dortigen Rotkreuz-Schwestern gespannt…

Und zum Schluss: Blut spenden kann Leben retten! Es kostet euch keine Stunde und ihr habt etwas wirklich sinnvolles getan. Einfach mal hingehen…

3 Antworten to “Schwule schwarzafrikanische Junkies und Russische Armee-Krankenschwestern: Blut spenden beim DRK”

  1. Mein Beileid…. Und was sollen wir dann beim Geschmacksdiktator ohne dich machen? Und wer schreibt hier? Wenn du in Ecuador bist liegt alles brach:/

  2. Es soll in Ecuador Internetzugang geben, ganz ehrlich!

    Nein, im Ernst: Es gibt überall Internetcafés und weil ich viel Zeit mit meiner Gastfamilie verbringen werde und die arbeiten müssen (zumindest hoffe ich, dass sie Arbeiten müssen…), kann ich viel Zeit im Internet vertrödeln. Oder ich besuche meinen alten Fitnesstrainer. Wird auf jeden Fall lustig!

    Und wenn ich dann wider Erwarten etwas erleben sollte, schreibe ich es hier schön brav rein…

    Zum Geschmacksdiktator mailen wir uns mal besser, was?

  3. Ja, dann musst du das alles erzählen:)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: