Archiv für Januar, 2007

Coldplay – Warning Sign

Posted in Der Geschmacksdiktator with tags , , , , on 29. Januar 2007 by MuGo

Coldplay - A Rush Of Blood To The Head

Wenn es irgendein Lied gibt, für das ich mich hasse: Es ist „Warning Sign“ von Coldplays grandiosem „A Rush Of Blood To The Head“ (Ja, ich weiß, dass Coldplay die neuen U2 sind – aber scheiß drauf, sie machen bessere Musik und Chris Martin ist ein viel coolerer Hund als Bono!). Es ist nicht, weil das Lied besonders kitschig wäre – was es ist – oder ich solche Musik normalerweise nicht hören würde – ich höre alles, was mir gefällt -, nein, ich verbinde etwas ganz, ganz schreckliches mit diesem Lied. Weiterlesen

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Sonderschülerinnen bevorzugt!

Posted in Pop is the new Electro with tags , , , on 21. Januar 2007 by MuGo

Folgende Kleinanzeige hat mir gerade ein Freund per ICQ mitgeteilt. Gefunden in der MoX, dem Oldenburger Veranstaltungskalender.

Haupt- u. Sonderschulabschluß bevorzugt! Erfolgreicher Jungunternehmer su. Dich für leichte Bürotätigkeiten ab 01.02.07 in OL. Stundenweise bei Bedarf. Du solltest weibl., jung sein u. Büroarbeit mögen. Singles bevorz., da selber Single u. neben einem prima Arbeitsverhältnis auch ein Verhältnis zw. uns schön wäre. Interesse? Dann schreibe bitte unter Chiffre: M ******

Interessant. Immerhin ist er ehrlich…

Verbietet „GTA: Mecklenburg-Vorpommern“!!!

Posted in Und die Regierung schaut nur zu with tags , , , , on 16. Januar 2007 by MuGo

Neues zu unseren beiden Mörder-Freunden aus Tessin/Meck-Pom! Wie die Süddeutsche mir heute morgen beim Frühstück mitteilte, munkelt man, dass die beiden „Killerspiele“ konsumiert haben sollen!

Was für ein Glück, jetzt wissen wir wenigstens, wer Schuld hat. Und ich dachte schon, dass da irgendetwas in der Gesellschaft nicht stimmen würde…

Terroristen über Deutschland!

Posted in Das große Ganze with tags , , , , , on 14. Januar 2007 by MuGo

Gerade eben fiel mir die Leserbriefseite der Süddeutschen vom Samstag in die Hände. Thema war die leidige Diskussion um den Abschuss von von Terroristen entführten Flugzeugen, der in Deutschland dummerweise durch das Grundgesetz verboten ist.

Unabhängig von der unbedingten Notwendigkeit eines solchen Gesetzes – Wie viele Flugzeuge sind noch einmal nach dem 11.09.01 aus terroristischen Motiven entführt worden? Null? -, übersehen alle Kritiker einen wichtigen Punkt. Aber der Reihe nach…

Erst einmal: Was könnte denn Ziel eines Terroranschlags aus der Luft sein? Es muss etwas prestigeträchtiges und bekanntes sein und möglichst auch viele Tote fordern. Was gibt es da in Deutschland?
Als erstes natürlich die Atomkraftwerke; ich würde sogar noch weiter gehen und auch große Chemiewerke wie Bayer und BASF nennen.
Aber auch die Frankfurter Skyline bietet sich an oder der Reichstag (letzterer setzt aufgrund der geringen Höhe aber schon großes fliegerisches Können vorraus!).
Ein gern genommenes Szenario ist auch der Anschlag auf ein vollbesetztes Fußballstadion; hier müssten besonders Dortmund, München, Berlin und Gelsenkirchen mit ihren modernen Arenen mit großem Fassungsvermögen an ausverkauften Spieltagen bangen, wobei ich nicht bei allen Arenen weiß, ob sie sich gut in einem flachen Winkel anfliegen lassen würden.
Ein seltsamerweise wenig durchgespieltes Szenario ist der unkontrollierte Absturz in einer touristisch interessanten Stadt wie München, Dresden oder Köln. Dabei würden die Terroristen eine Landung über dem Stadtgebiet einleiten, wobei sie zwangsläufig irgendwann mit Gebäuden in Kontakt kämen; dies würde zum Absturz führen und eine Schneise der Zerstörung schlagen bis das Flugzeug irgendwann zum Stillstand käme – gerade in der Münchner Innenstadt würde dies an einem sonnigen Ferientag zu einer beträchtlichen Anzahl an Toten und Verletzten führen.
Was für mich weniger in Frage kommt sind Anschläge auf Hochhaussiedlungen wie Berlin-Lichtenberg, Hamburg-Mümmelmannsberg oder Bremen-Tenever. Diese setzen zwar geringeres fliegerisches Können vorraus, sind aber nicht sonderlich prestigeträchtig, da es sich um Sozialwohnungen handelt.

Was fällt bei diesen Szenarien auf? Die meisten würden sich in Städten ereignen und richtig effektiv wären wohl nur die Anschläge auf die Stadien und die Atomkraftwerke – alle anderen würden sich eher im Bereich der Opferzahlen des 11. Septembers bewegen, wenn nicht sogar nur im dreistelligen Bereich. Behalten wir das im Hinterkopf!

Nehmen wir also an, Terroristen planten tatsächlich einen Anschlag mit dem Flugzeug. Sie schaffen es durch die Sicherheitskontrollen und gelangen an Bord. Dort bringen sie das Cockpit unter ihre Kontrolle und ändern den Kurs.
Hier beginnt schon das erste Problem für die Bodenkontrolle: Handelt es sich bei der Entführung um einen geplanten Terroranschlag oder um die Tat eines Verwirrten, der dem Piloten verbietet, mit der Flugsicherung Kontakt aufzunehmen. Beides ist in etwa gleich unwahrscheinlich. Der Logik eines Flugzeugabschussgesetzes folgend muss Letzteres und der damit verbundene enstehende Kollateralschaden vernachlässigt werden – was nützt ein solches Gesetz, wenn man nicht schnell handeln kann, weil man erst das Ziel des entführten Flugzeugs ermitteln muss? Genau: nichts.
Die Bundesregierung wird also informiert, die der nächsten Bomberstaffel, die immer ein oder mehrere Jets für diesen Fall bereit halten muss, den Befehl gibt, das Flugzeug zu verfolgen. Sagen wir, dass das ganze 20 Minuten dauert, weil alles reibungslos und schnell geht und es an keiner Stelle zu Verzögerungen kommt. 30 Minuten nach der Kursänderung wird das Flugzeug also von zwei Jets verfolgt, die es jederzeit abschießen können.
Glücklicherweise haben die Terroristen, obwohl Deutschland ein kleines Land ist, ihr Ziel noch nicht erreicht. Ihr Flugzeug fliegt weiterhin, sagen wir, in Richtung Berlin. Noch kann man sich nicht ganz sicher sein, ob es sich wirklich um Terroristen handelt. Doch der Jetpilot muss jetzt handeln: In wenigen Minuten wird das Berliner Stadtgebiet erreicht! Würde er das Flugzeug erst dort zerstören müsste man mit hunderten Toten rechnen, die von Trümmerteilen erschlagen oder durch nach dem Einschlag erfolgten Explosionen und Bränden verbrannt wurden; der erhoffte Nutzen wäre also ad absurdum geführt worden. Der Pilot zögert noch kurz, löst dann aber doch den Feuerknopf aus. Leider wird das Flugzeug nicht richtig getroffen, sondern nur ein Flügel abgeschossen. In einem riesigen Feuerball fliegt die Maschine auf die Erde – und genau in eine Kleinstadt, die sich dort zufälligerweise befindet. Der vereitelte Terroranschlag kostet im Endeffekt immer noch Hunderten das Leben und zerstört anderen die Existenz.

Unrealistisch? Nicht unbedingt; Deutschland ist eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt und zumindest im Westen extrem zersiedelt – die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ort von Trümmerteilen in Mitleidenschaft gezogen wird ist riesig. Vor allem wenn man bedenkt, dass aufgrund der geringen Flugzeiten innerhalb Deutschlands die Flugzeuge erst ziemlich spät und wohl mithin schon im Speckgürtel der anvisierten Stadt zerstört werden könnte.

Was ist aber mit den Atomkraftwerken? Sicher, so würde sich z.B. Krümmel durch seine Nähe zu Hamburg als geeignetes Ziel anbieten (von den Folgen ganz zu schweigen, egal bei welchem AKW). Dennoch könnte ein Flugzeug mit großer Wahrscheinlichkeit in ländlichem Gebiet „entsorgt“ werden. Wieso sollte es dann nicht die Möglichkeit geben, das Flugzeug abzuschießen? Aus zwei Gründen: Erstens weil eine große Wahrscheinlichkeit immer auch eine kleine Wahrscheinlichkeit fürs Gegenteil beinhaltet.
Und zweitens? Dazu muss ich ein bisschen ausholen. Jeder Mensch hat ein Anrecht darauf, dass ihn der Staat vor Gewalt schützt. Wenn der Staat aber beschließt, dass er bestimmte Menschen nicht mehr schützt und im Gegenteil ihren Tod billigend in Kauf nimmt, kann der Bürger nicht mehr in den Staat vertrauen; er ist Willkür ausgesetzt und muss jederzeit damit rechnen, dass ihn der Staat ohne Vorankündigung und Begründung töten kann – einfach, weil der Staat es für nötig hält. Und dies darf NIE passieren!

Es geht nicht so sehr darum, ob es nicht gerechtfertigt ist, einen Super-GAU (und den damit verbundenen Tod tausender, eventuell sogar Millionen von Menschen) zu verhindern, indem er einige Hundert opfert. Eine Rechtfertigung ist das sicherlich, im Endeffekt geht es ja auch mehr um die Frage, ob sie moralisch sauber ist. Und hier sage ich definitiv: Nein!
Wenn man ein solches Gesetz umsetzen würde, würde man einer staatlichen Stelle die Macht geben, über den Tod seiner Bürger zu entscheiden. Diese Machtfülle steht dem Staat aber nicht zu. Mag sie in diesem speziellen Fall auch noch so sehr einleuchten: Im Endeffekt würde dieses Gesetz auch die Todesstrafe oder die Folter wieder ermöglichen. Nicht sofort, aber längerfristig gesehen sehr wohl – schließlich kann man niemandem erklären, warum der Staat nicht töten soll, wenn er doch sogar den Tod erwiesenermaßen Unschuldiger billigend in Kauf nimmt.

Natürlich kann niemand ernsthaft in Zweifel ziehen, dass der Staat im Zweifelsfall die bessere Entscheidung trifft, wenn er ein Flugzeug abschießt, bevor er es in ein AKW fliegen lässt. Aber er darf dies nicht aufgrund von Gesetzen. Soviel sollte uns ein Mensch noch wert sein, dass wir ihm nicht wegen einer so lächerlich unwahrscheinlichen Bedrohung wie einem terroristischen Anschlag aus der Luft das Recht auf Leben absprechen!

MuGo went to Dresden (and even came back!)

Posted in Mittendrin statt nur dabei with tags , , , , on 12. Januar 2007 by MuGo

Um meine Zeit nicht mit langweiligen Killerspielen oder ähnlichem vergeuden zu müssen, war ich von Mittwoch bis heute morgen unterwegs um den Schnupperstudientag der TU Dresden am gestrigen Donnerstag wahrzunehmen und mich über mein ganz persönliches Freakfach Verkehrsingenieurwesen zu informieren.

Glücklicherweise konnten ich und mein Begleiter (dessen Name nichts zur Sache tut, da ihr ihn eh nicht kennt und der sich für Wasserwirtschaft interessiert hat – keine Angst, nicht alle Oldenburger stehen auf so krazy shit wie meinereiner) bei einer Freundin, die mit uns Abi gemacht hat, schlafen. Dadurch war die Reise finanziell im Rahmen, der ansonsten selbst einem zuhause wohnenden Zivi zu groß geworden wäre – und dessen Spielräume sind sehr anständig, egal was manche Raffkes sagen. Der Arbeit nicht angemessen, aber für das eine oder andere Bierchen reichts…

Um unsere Zivi-Bahncard auszunutzen fuhren wir gemütlich mit der Bahn nach Leipzig, wo wir umsteigen mussten und mein Begleiter zum ersten mal auf dieser Reise wieder sein Gespür für seltsame Kommentare, die man gerade überhaupt nicht erwartet hat, unter Beweis stellte; vor uns lief eine Schwarze, sein – aufrichtig freudig-überraschter – Kommentar: „Ach, ich dachte der Osten wäre eher No-Go-Area für Ausländer!“ Im Nachhinein nur lustig, im ersten Moment war ich aber kurz am Überlegen, wie ich den Verdacht, dass ich ihn kennen könnte, schnell von mir weise. Ich beließ es dann doch bei einem gemurmelten Verweis auf die Tatsache, dass Leipzig nicht die Uckermark ist.

Danach gelangten wir unbeschadet nach Dresden, wo unsere Freundin nicht nur Logis stellte, sondern sogar einen Verkehrswissenschaftler (immerhin selbe Fakultät) aufgetrieben hatte, der mich über die freakigen Seiten meiner eventuellen Mit-Kommiltonen aufklärte (um 5 Uhr morgens aufstehen um dabei zu sein, wenn die neue Straßenbahn bei Bombardier verladen wird! Wer macht denn sowas FREIWILLIG??? Ich hoffe nicht, dass ich das Selbe machen werde…). Trotzdem schien das Studium wohl in Ordnung. Das ist schon einmal ein Pluspunkt! Allerdings war ich ein bisschen irritiert, dass in Dresden mehr Asiaten als Westdeutsche studieren. Für mich war Dresden immer eine DER Studentenstädte (sind ja auch immerhin 10% der Bevölkerung…) – aber anscheinend weiß das bei uns im Westen keiner. Mir soll’s Recht sein, immerhin gibt es so keinen NC für den einzigen deutschen Verkehrsingenieur-Studiengang!

Von der Stadt selber habe ich leider nicht allzuviel gesehen, aber passt schon. Das, was ich gesehen habe, reizt mich jetzt zwar nicht sonderlich, aber die Stadt ist bei weitem nicht so schrecklich wie z.B. Hannover. In anderen Worten: In Dresden kann man es bestimmt ganz gut aushalten. Der einzige Minuspunkt sind die wenigen Radwege – man muss teilweise auf regelmäßig befahrenen Straßen Rad fahren. Da bin ich als Oldenburger natürlich verwöhnt. Aber im Leben heißt es immer auch Kompromisse einzugehen…

Dafür aß ich einen sehr guten Döner (mit Schafskäse; wieso gibt es so was nicht bei Falafel 2000, dem Gammelfleischfachhandel meines Vertrauens?) in einem Paradebeispiel gelungener Integration. Der Betreiber des Asia-Imbisses, indem wir dinnierten, verkaufte neben Tsingtao-Bier und Nudelpfannen eben auch Döner und hatte den schönen Moscheen-Kalender des Großhändlers neben die Theke gehängt – was will das Deutsche Herz mehr? Unser Nationalgericht mit der von uns gewünschten Kulisse zu verkaufen zeugt von Anpassungswillen.

Genug aber des Geschwafels, kommen wir zum Schupperstudium. Mit ca. der Hälfte aller Gymnasiasten Deutschlands drängten wir uns auf den Campus, um Vorlesungen, Seminaren und anderen sonstigen Vorträgen gebannt zu lauschen. Zu meiner Überraschung war das nicht so langweilig wie am Schnupperstudientag in Oldenburg, aber was ist so eine Dorfuni schon gegen die Dresdner TU? Dresden kriegt anscheinend sogar fähige Professoren…

Da ich mir noch nicht 100prozentig sicher war, ob Verkehrsingenieur das richtige für mich ist, wollte ich eigentlich sowohl VIW- als auch Bioveranstaltungen besuchen. Das scheiterte am geringen Interesse von Seiten der Biologen für ihr Studium zu werben; klar, Bio ist eine sichere Bank – irgendwer findet sich immer, der Biologie studiert, weil er zu blöd zum addieren ist (als Bio-LKler kann ich sagen, dass dieses Klischee absolut wahr ist – die meisten Biologen haben keinen Plan von wahrer Naturwissenschaft). Das einzige, was nach dieser Arroganz-Demonstration weiterhin für Bio sprach, war der unschlagbare Frauenanteil.

Allerdings überraschte mich die Verkehrswissenschaftliche Fakultät damit, dass es anscheinend auch Frauen gibt, die Verkehrsingenieur werden wollen! Wer hätte das gedacht? In meiner Vorstellung saßen da nur pickelige Geeks, die auf ihren Stimmbruch warten. Das war aber überhaupt nicht so. Also alles bestens!

Nach Seminaren wie „Bahnübergänge als Teil des Schienennetzes“ (mit Berechnung der Sichtfläche, die um unbeschrankte Bahnübergänge freizuhalten ist!) oder „Anlage von Tank- und Raststellen auf Autobahnen“, einem sehr persönlichen Vortrag über „Innovationen im ÖPNV und Schienenverkehr“ (wir waren immerhin zu viert!) und einem günstigen warmen Baguette zum Mittagessen, war meinen glänzenden Augen anzusehen, dass ich nur noch eins wollte: Verkehrsingenieur werden! Haltet mich für einen Freak, aber ich finde Verkehr – und gerade ÖPNV und Eisenbahn – unglaublich interessant. Und darum werde ich Dipl.-VI, damit ihr da nicht mehr drüber nachdenken müsst – toller Vorschlag, was?

Nachdem wir den Schnupperstudientag also zufriedenstellend abgehakt hatten, wollten ich und mein Begleiter uns wieder auf den Heimweg machen, mit Bahn und allem Schnickschnack, der dazu gehört! Wir hatten auch eine schnieke Verbindung über Berlin und Hamburg. In Berlin zwar nur mit sehr geringer Zeit zum Umsteigen, aber wir sollten es bis 1.27 Uhr oder so zurück nach Oldenburg schaffen. Somit hätte ich heute wieder brav bei der Arbeit erscheinen können. Bis Elsterwerda ging das auch ganz gut, doch leider war dann eine Weiche kaputt (wahrscheinlich sturmbedingt) und so kam der Zug erst ein bisschen später in Berlin an – mit 86 Minuten Verspätung… Einen Anschluss nach Hamburg gab es zwar noch, aber dort fuhr erst um 4 Uhr irgendwann der nächste Zug nach Bremen. Zum Glück hat uns die Bahn dann ohne zu murren ein Hotel für die Nacht spendiert (von wegen böse Bahn, die absichtlich ihre Kunden schlecht behandelt…), das sich noch nicht einmal als Klitsche herausstellte! (Relativ) Ausgeschlafen und mit Frühstück im Bauch konnten wir dann heute unsere Fahrt fortsetzen und sind tatsächlich wieder in der Heimat.

Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen…

Patriotismus, Populismus und Infantilismus

Posted in Das große Ganze with tags , , , , , , on 7. Januar 2007 by MuGo

Als ich heute ganz unschuldig meinen Computer anmachte, wusste ich noch nicht, was mich erwartete. Ein Freund schickte mir diesen Link. Unschuldig öffnete ich ihn, allerdings aufgrund des Titels („Schlägerei zwischen Polizei und Türken“) schon mit einer leisen Vorahnung. Ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil: Heute gegen 14.00 Uhr begann ich, die Menschheit zu hassen.

Entsprechender Link führt zu einer Website, auf der eine Reportage von „taff“ gezeigt wird. Dieser Bericht handelt von einer Prügelei zwischen einer arabischstämmigen Familie (fälschlicherweise als Türken bezeichnet) und der Polizei. Der Hintergrund ist eine Routinerazzia, bei der der Diebstahl einer Digitalkamera aufgeklärt werden soll. Zufälligerweise wird dabei ein Mann entdeckt, der abgeschoben werden soll (warum wird nicht erläutert). Die Polizei will ihn mitnehmen, die Situation eskaliert, es gibt eine heftige Prügelei, am Ende sind drei Polizisten verletzt. Um zu Deeskalieren geht die Polizei deshalb auf die Forderungen des Mannes ein, die da sind: Begleitung vom Anwalt und die Fahrt zum Präsidium findet in einem Zivilwagen ohne Handschellen statt. Am Ende sitzt der Gesuchte also in Abschiebehaft.

Ich hatte erwartet, dass einige Kommentare schreiben würden à la „Ja, ja die Türken – so sind sie halt…“ und „Kriminelle Ausländer sofort abschieben!“ – die Meinungen einiger Unbelehrbaren, die in der Anonymität des Internets ausnutzen, um ihre aufgeschnappten Stammtischparolen zum Besten zu geben. Und das gleichzeitig irgendwelche Antifas dagegenhalten würden – eventuell mit Unterstützung irgendwelcher Gutmenschen wie mir, die versuchen sachlich zu bleiben.

Mir schlug der blanke HASS entgegen. Weiterlesen